SP

Warum gesunde Ernährung uns krank machen kann

So entsehen Unverträglichkeiten - so werden sie getestet

Stadt Trier. Ist der Darm aus dem Gleichgewicht gekommen (z.B. durch einen Magen-Darminfekt oder Antibiotikabehandlung) verändert sich häufig die bakterielle Besiedlung und die Durchlässigkeit der Darmwand zum Blut hin. Dadurch steigen die Risiken der Entwicklung von Nahrungsmittelallergien.

Man muss allerdings die unterschiedlichen Unverträglichkeiten im Enstehungsmechanismus voneinander  unterscheiden, denn nicht alle  sind Allergien! So hat die Laktoseintoleranz ihre Ursache in einem Enzymmangel (der Laktase), die Fruktoseintoleranz liegt an einer bakteriellen Fehlbesiedlug des Dünndarms, die Zöliakie  ist abzugrenzen gegen die (sehr viel häufigere)  Glutensensitivität  (zu deren Diagnose  man ein anderes Testverfahren braucht) und die Histaminintoleranz  hat wieder andere Ursachen (u. a. ein Mangel an DAO und evtl. histaminproduzierende Darmbakterien) die speziell getestet werden müssen. 

"Echte Lebensmittelallergien"

Dann gibt es natürlich noch die "echten" Lebensmittelallergien die nach Typ 1 (Sofortreaktion) und Typ 3 (verzögerte Reaktion) unterschieden werden müssen. Abschließend sei noch die Bestimmung der physiologischen (natürlichen)  "Darmflora"  genannt deren Zusammensetzung eine wesentliche Rolle spielt und evtl. durch gezielte Gabe von Probiotika (gesunden Darmbakterien) wiederaufgebaut werden sollte.

Erhebliche Konsequenzen bei Zöliakie

Die Zöliakie – auch häufig als Glutenunverträglichkeit bezeichnet ist zum Glück nicht so häufig. Wenn sie allerdings besteht, sind die möglichen Konsequenzen erheblich. Von einer Schädigung der Darmwand über Verschlechterung der Resorptionfähigkeit (und damit der Entwicklung von Mangelzuständen) bis hin zu der Entstehung von Darmkrebs gehen die möglichen Folgen. Die Glutensensitivität ist viel häufiger und macht sehr vielen Menschen Probleme. Die Symptome reichen von Völlegefühl zu Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung bis hin zu Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit und allgemeiner Leistungsminderung.

Probiotische Therapie

Neben der Kenntnis der Störfaktoren und meiden der problematischen Lebensmittel ist es aber auch wichtig, den Darm aktiv bei der Wiederherstellung des Gleichgewichtes durch eine probiotische Therapie zu unterstützen. Dazu dienen Präparate mit Milchsäurebakterien, Colibakterien, und Enterokokken sowie entzündungshemmende Phytotherapeutika (pflanzliche Wirkstoffe) oder, im Falle einer Pilzbesiedlung  des Darmes, einer antimykotischen Therapie.

von Dr. Jens Schaaf

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.