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Stadt Trier

Basketball-Bundesliga: Fast 5000 Fans sehen TBB-Kantersieg

aa | 30.12.2012
Dank einer ganz starken zweiten Hälfte gewinnt die TBB Trier ihr Heimspiel gegen den Mitteldeutschen BC aus Weißenfels mit 78:59 (30:28). – “Die Mannschaft hat sich nach drei Niederlagen hervorragend zurückgekämpft!” – Beste Trierer: Barry Stewart (14), Nate Linhart (13), Brian Harper (12).

Es war ein Pflichtsieg für die TBB, und das nicht wegen des Tabellenstandes: Trier hatte zuletzt dreimal in Folge gegen Topteams verloren - wenn man dann nicht irgendwann mal wieder ein Erfolgserlebnis verbucht, noch dazu zum Jahresabschluss, dann kann so etwas schnell an der Psyche kratzen.

Entsprechend giftig kamen die Männer von Henrik Rödl aufs Parkett, führten nach Punkten von Seiferth und schönen Aktionen des starken Barry Stewart schnell mit 6:2, dann mit 10:5 - Silvano Poropat musste schon früh die erste Auszeit nehmen, weil auch Triers Nate Linhart am offensiven Brett nicht zu kontrollieren war. Auch nach dieser Unterbrechung punktete Linhart weiter, ein Dreipunktspiel des Mannes aus Ohio nach langem Zuspiel von Jarrett Howell bedeutete das 13:5 für Trier. Zwei Minuten vor Viertelende stellt Vitalis Chikoko seine Vielseitigkeit unter Beweis, trifft einen schönen Turnaround-Jumper aus der Ecke und macht die Führung mit 19:9 zum ersten Mal zweistellig. Mathis Mönninghoff packt noch einen Dreier nach schönem Assist von Jermaine Bucknor obendrauf, mit 22:13 geht es in die erste Pause. Die TBB schien die kleine Krise hervorragend weggesteckt zu haben, agierte als Kollektiv gegen einen sichtlich überforderten MBC - ein starker Beginn der Hausherren.

Das blieb nicht ganz so. Im zweiten Viertel stemmte sich der MBC gegen das, was ihm da drohte, arbeitete sich diszipliniert auf 30:22 heran. Henrik Rödl nimmt seine erste Auszeit, die bewirkt aber nichts gegen zunehmende Nervosität in der Offensive und Nachlässigkeiten in der Defensive seiner TBB: Steve Wachalski trifft für drei zum 30:25, der MBC verteidigt einmal die 24 Sekunden Trierer Angriffszeit weg, Kelly Beidler spaziert durch die Hintertür in die Trierer Zone und legt zum 30:27 ein. Kurz vor der Halbzeit haben die Gäste aus Sachsen-Anhalt sogar die Gelegenheit zur Führung, als Vitah Chikoko beim Stand von 30:28 ein Unsportliches Foul gepfiffen bekommt - zwei Freiwürfe plus Ballbesitz lassen die "Wölfe" allerdings ungenutzt. Mit dünner 30:28-Führung geht Trier in die Kabine.

Dort dürfte es ordentlich gerappelt haben - wer Henrik Rödl kennt, weiß, dass er solche Gelegenheiten nicht ungenutzt verstreichen lässt. Und die Standpauke zeigte ihre Wirkung: Brian Harper eröffnet das dritte Viertel für die TBB mit einem seiner unnachahmlichen Alley-Oop-Dunks nach Zuspiel von Jarrett Howell: 33:30 und die 4974 Zuschauer sind auch wieder im Spiel. Trier war jetzt kaum wiederzuerkennen, gestattete defensiv gar nichts mehr, ging auch offensiv mit dem nötigen Willen zu Werke; Brian Harper bringt im gefühlt fünften Versuch gegen mehrere Verteidiger den Ball zum 39:30 im Weißenfelser Korb unter, damit steht es 39:30 und Silvano Poropat bittet wieder zur Auszeit.

Erfolglos: Trier gelingt ein 13:0-Lauf mit einem Dreier von Stewart, einem Dreipunktspiel von Nate Linhart zum 47:32 (über das Henrik Rödl so in Begeisterung geriet, dass man wieder einmal Angst um die Schulternähte in seinem Jacket haben musste) und dem "Zuspiel des Abends" von Jermaine Bucknor: Der Kanadier bedient im Stile eines Quarterbacks von der eigenen Grundlinie Vitalis Chikoko, der sich irgendwie unter den weit offenen gegnerischen Korb geschlichen hatte. Ein krachender Dunk des Mannes aus Zimbabwe bedeutet das 50:32. Den Schlusspunkt auf den Run setzt Barry Stewart mit einem Dreier zum 53:32, nachdem er vorher zwei Freiwürfe verlegt hatte. Zur letzten Viertelpause war die Partie damit entschieden, der dritte Spielabschnitt ging mit 23:7 an die TBB Trier.

Im letzten Viertel ging es damit etwas lockerer zu. Die TBB fängt sich einige Dreier von Malte Schwarz und dem bisher farblos gebliebenen Hördur Vilhjalmsson und lässt den MBC damit auf 59:42 herankommen, hatte aber auch die richtigen Antworten parat: Wieder beweist Jermaine Bucknor sein hervorragendes Auge und steckt auf Vitah Chikoko durch (66:42); wieder trifft Mathis Mönninghoff den ganz sicheren Dreier zum 69:44; und wieder und wieder produziert die harte Trierer Verteidigung Ballverluste der Gäste. Bereits fünf Minuten vor Ende betritt der Trierer Youngster Jone Lopes das Feld, einige Minuten später folgt ihm Luka Buntic. Sascha Leutloff und Hördur Vilhjalmsson stemmen sich gegen die Niederlage, können aber außer "Kosmetik" (Silvano Poropat) nichts mehr daran ändern.

Die TBB siegt dank einer überragenden zweiten Halbzeit hochverdient mit 78:59 gegen den Mitteldeutschen BC und beschert seinen Fans damit einen schönen Jahresabschluss mit verspätetem Weihnachtsgeschenk: Die Teilnahme am Beko BBL Pokal ist mit dem Sieg über den MBC mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert.

Die TBB Trier muss als nächstes am Sonntag, 6. Januar 2013 zu den Telekom Baskets Bonn. Spielbeginn im Telekom Dome ist um 17:00 Uhr

Für Trier spielten: Nate Linhart (13 Punkte/8Rebounds), Joshiko Saibou (6 /2), Bastian Doreth (1/5 Assists/2 Steals), Jarrett Howell (0/3 Reb/2 Ast), Andreas Seiferth (6/6 Reb), Luka Buntic (0), Mathis Mönninghoff (10/5 Reb), Brian Harper (12/5 Reb), Barry Stewart (14/3 Reb), Vitalis Chikoko (11 /3 Reb), Jone Lopes (0), Jermaine Bucknor (5/2 Reb/ 3 Ast).

Henrik Rödl, Headcoach der TBB Trier: "Der MBC ist eine Mannschaft, die unserer sehr ähnelt, beide definieren sich über Energie und Defense und versuchen mit dem Material, das sie haben, diszipliniert zu spielen. Wir haben allergrößten Respekt vor der Saison, die der MBC bisher gespielt hat. Nach unseren verlorenen Spielen waren wir etwas unsicher, wie die Mannschaft darauf reagieren würde. Einige Ballverluste haben gezeigt, dass wir nicht das übliche Selbstvertrauen hatten. Aber die Mannschaft hat sich da hervorragend herausgekämpft, über das ganze Spiel. Wir sind sehr froh, dass wir gegen einen so schweren Gegner gewinnen konnten.

Silvano Poropat, Headcoach des Mitteldeutschen Basketballclubs: "In der ersten Halbzeit waren wir gut, konnten wir dem Trierer Druck noch standhalten; wir haben immer besser die Kontrolle erlangt, aber leider einige Freiwürfe und offene Würfe nicht getroffen. Dann kam die zweite Halbzeit, in die wir voller Optimismus gegangen sind und dann aus unerklärlichen Gründen zusammengebrochen sind. Trier hat uns da wirklich dominiert, man kann es nicht anders sagen, in den letzten zwanzig Minuten waren wir miserabel gegen eine großartige Trierer Mannschaft. Die letzten paar Minuten waren nur noch Kosmetik. Ich gratuliere dem Trierer Team und seinem Trainer Henrik Rödl zu einem souveränen und verdienten Sieg. Wir müssen uns jetzt fragen, wie es passieren konnte, dass wir so auseinander gefallen sind. Und hoffentlich passiert das so nie wieder."

Medieninformation Treveri Basketball AG

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