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Etappe 9: Eifelsteig kann auch traumhaft sein ...

Von Hillesheim nach Gerolstein

Wandertipp des Monats. Es ist warm, schwül und drückend, ganz anders, als es die Wetterfrösche gemeldet hatten. Die Bremsen beißen ganz fürchterlich und immer wieder geht der Griff zur Wasserflasche - dennoch: Die 9. Etappe des Eifelsteigs, die von Hillesheim nach Gerolstein führt, hat richtig Spaß gemacht. Sie ist traumhaft schön und hat Spektakuläres zu bieten.

Dieses Mal sind wir nur mit einem Auto unterwegs und wollen von Gerolstein zurück nach Hillesheim die Bahn nehmen. Das funktioniert auch prima bis auf die Tatsache, dass Hillesheim keinen eigenen Bahnhof hat. Der liegt nämlich in Oberbettingen und fordert 4,5 Zusatzkilometer, nach denen wir uns im sehenswerten Hillesheimer Kriminalhaus zuerst einmal einen leckeren Kaffee gönnen.

Zelt auf Wanderweg

Nach einem kurzen Blick auf die Überreste der historischen Stadtmauer geht es weiter ins Bolsdorfer Tälchen, an dessen Ende nicht nur ein Spritzenhaus passiert wird. Sondern wir laufen an diesem Wochenende auch mitten durch ein Kirmeszelt, das in Bolsdorf auf dem Wanderweg aufgebaut wurde. Die Frage, ob wir auch noch richtig seien, wird von der feiernden Schar bejaht. Wir hatten offensichtlich die ausgeschilderte Umleitung übersehen - und widerstehen nun der Versuchung, uns an die Theke zu stellen und ein kühles Bier zu trinken.

Eishöhle

Wäre auch schade gewesen, denn der weitere Weg hat dem Wanderer eine wahrhaft traumhafte Strecke zu bieten. Beim Anstieg zum Rother Kopf gibt es eine weitere Versuchung. Die »Eishöhle« bringt bei den heißen Temperaturen eine willkommene Kühlung. Früher hat man dort die Schlackenbasalte für die Gewinnung von Mühlsteinen abgebaut - und stellte fest, dass sich in den tief in den Berg hinein geschlagenen Mühlsteinhöhlen kalte Winterluft sammelte und hielt - eben eine Eishöhle. Auf dem Rother Kopf angekommen, bietet sich ein toller Rundblick über das Gerolsteiner Land.

Nicht schummeln!

Der Weg in die Brunnenstadt mit ihrem berühmten Sprudel ist nicht mehr weit. Man passiert den imposanten Auberg und ist in Gerolstein. Dachte auch die Begleiterin und wollte sich auf den Weg zum Bahnhof machen. Doch hier gilt: Bitte nicht schummeln! Man sollte sich schon auf den Anstieg in die Gerolsteiner Dolomiten machen. Sonst verpasst man eine wahrlich spektakulären Abschnitt. Am ehemaligen Kalksteinriff beschreibt der Eifelsteig entlang hoher Felsformationen einen weiten Bogen um Gerolstein. Am Weg liegen unter anderem tolle Ausblicke, die Buchenlochhöhle und der Vulkankrater Papenkaule.

Fazit: Eine traumhafte Etappe, die tolle Pfade und bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Auffallend war allerdings, dass wir offensichtlich die einzigen waren, die sich auf den Weg gemacht hatten.

Die Daten zur 9. Eifelsteig-Etappe

Die Länge: Offiziell ist die 9. Etappe des Eifelsteigs von Hillesheim bis nach Gerolstein 20,2 Kilometer lang. Tatsächlich sind wir auch hier weiter gelaufen - und das hatte nicht nur mit dem Bahnhof in Oberbettingen zu tun. Wir brachten es am Ende auf stolze 27,7 Kilometer.

Aufstieg/Abstieg: Offiziell sind es 455 Meter Aufstieg und 520 Meter Abstieg. Selbst ermittelt lagen wir mit den Zusatzkilometern bei 657/713 Metern Auf- und Abstieg.

Geocache: Es gibt den Wandercache, »Wandertag - Eifelsteig #09« (GC76KGB). Man druckt ein Bildraster aus, läuft die Wegepunkte an und hat am Ende dann die Koordinaten zum Cache.

Einkehren: Damit hat man auf dieser Etappe wenig Probleme. Sowohl an Start und Ziel gibt es ausreichend gastronomisches Angebot. Wir haben uns im Kriminalhaus den Kaffee schmecken lassen.

Wie komme ich hin? Die Tour lässt sich prima mit der Bahn machen. Man parkt das Auto am Bahnhof in Oberbettingen und fährt dann von Gerolstein zurück. Nachteil sind die zusätzlichen 4,5 Kilometer, die man nach Hillesheim laufen muss.

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