Jupps erstes Mal bei Rock am Ring

Nürburg. Stefan Rhiem und Marc Fühling sind mit einem exklusiven Gefährt zum Musikfestival gezogen: Ein alter Schankwagen bietet die Rundumversorgung.

Jupp ist zum ersten Mal bei Rock am Ring. Und das, obwohl er nicht mehr der jüngste ist. Aber er schlägt sich wacker. Und er ist ein gerne gesehener Gast. Groß gefragt wurde er nicht, ob er mitwill. Stefan Rhiem hat ihn einfach mitgenommen. Jupp ist ein alter Kirmes-Schankwagen, steht direkt vor dem ADAC Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring und war ein Spontankauf. „Ich bin bei einem Händler für gebrauchte Nutzfahrzeuge angestellt. Ich war auf einer Auktion und wollte eigentlich was anderes kaufen“, erzählt Stefan Rhiem. Doch dann wurde der alte Schankwagen angeboten. Der Bürvenicher schlug sofort zu und nahm den Anhänger für 1000 Euro mit nach Hause. „Die Idee war sofort, damit zu Rock am Ring zu fahren“, ergänzt Marc Fühling aus Schwerfen. Er hat seinen Anhänger direkt neben Jupp positioniert und sorgt für die Musik.

Gegrilltes und viele Gäste

Den Platz vor den Anhängern haben die beiden mit überdachten Biertischen und –bänken gefüllt. Klar, der obligatorische Grill darf auch nicht fehlen. Und so ist Jupp Anlaufstelle für Freunde aus der Heimat, aber auch langjährige Rock-am-Ring-Weggefährten. Man kennt sich. Auch Festivalbesucher, die den Wagen auf dem Weg vom Campingplatz zum Festivalgelände passieren, machen gerne Station. „Wer mag, bekommt ein Bier“, sagt Fühling. Und jeder gibt dafür einen finanziellen Obolus, den er für angemessen hält. „Wir wollen damit ja keinen Gewinn machen“, sagt Fühling. Auch die Ordner, die einige Meter weiter an der Einmündung der L 93 in die B 258 ihren Dienst versehen, werden mit Nahrung versorgt. „Die haben morgens nach einem Kaffee gefragt, aber den konnten wir ihnen leider nicht bieten“, bedauert Marc Fühling. Also soll Jupp künftig um eine Kaffeemaschine ergänzt werden.

Gäste des ADAC Fahrsicherheitszentrums

Marc Fühling und Stefan Rhiem sind Gäste des ADAC Fahrsicherheitszentrum. Jupp steht zwar direkt vor dem Zaun des Zentrums, doch gehört der Bereich noch zum Grundstück des Zentrums. Die Gäste bekommen sogar Strom und Wasser gestellt. Darum kümmert sich Mitarbeiter Thorsten Kessler. Er und Geschäftsführerin Petra Diederich sind froh, dass Rhiem, Fühling und auch die benachbarte Campinggruppe, die schon seit vielen Jahren dabei ist, direkt vor der Tür ihre Lager aufschlagen. Denn so wissen sie, dass alles mit rechten Dingen zugeht und sich keine Unbekannten dort niederlassen, die für Chaos sorgen. „Es gab nämlich Jahre, da brauchten wir Personal zum Absperren“, erinnert sich Kessler. Seinen neuen Platz hat Jupp von einer Gruppe aus Mannheim übernommen. „Aber die Mitglieder sind jetzt zu alt zum Campen und übernachten im Hotel“, verrät Fühling schmunzelnd. Natürlich kommen sie trotzdem auf einen Plausch an ihrem alten Standort vorbei. In den kommenden Wochen wird Jupp schick gemacht. Stefan Rhiem hat bereits Pläne, wie er dann aussehen soll. Eine nagelneue Schankanlage ist schon eingebaut. Und dann soll der Wagen auch zu mieten sein – inklusive Marc Fühling alias DJ Fötus. Zwei große Brauereien und eine Winzergenossenschaft aus dem Kreis Ahrweiler hat Rhiem bereits mit ins Boot geholt. Seinen nächsten Einsatz bestreitet Jupp übrigens beim Public Viewing zur Fußballweltmeisterschaft auf dem Platz am Gardebrunnen in Euskirchen.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.