Kein Anschluss unter dieser Nummer

Adenau. Früher das Ortsbild prägend, sind die öffentlichen Fernsprecher mittlerweile so gut wie komplett aus den Städten und Dörfern verschwunden. Allein Adenau hat das Mobilfunkzeitalter in den vergangenen Jahren vier Telefonzellen »gekostet«. Gerade einmal eine ist übrig geblieben. In Eichenbach fehlt die öffentliche Fernsprecheinrichtung gänzlich, obwohl dort der nicht existente Handyempfang sogar schon Feriengäste abgeschreckt hat.

Exakt 125 Jahre nach dem Patent für den ersten Münzfernsprecher sind die Telefonhäuschen vom Aussterben bedroht, und zwar mehr denn je. Bildeten sich in der Hochzeit noch Warteschlangen vor der »Zelle«, greift die Generation Handy heute zum Smartphone, um Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen.

Diese Entwicklung, die Deutsche Telekom spricht von bundesweit rund 40.000 Telefonzellen, die von ihr betrieben werden, ist im Adenauer Stadtbild sichtbar - in Form des letzten grau-magentafarbenen »Überbleibsels« vor dem Rathaus. Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann erinnert sich noch an sieben öffentliche Fernsprecher in Adenau und den Abbau von vier Zellen während seiner Amtszeit, die seit 2009 läuft: Ecke Bahnhof-/Mühlenstraße, ehemalige Post, gegenüber dem »Wilden Schwein« sowie am Schulzentrum. »In allen Fällen hat die Deutsche Telekom nachgewiesen, dass der monatliche Umsatz teilweise im einstelligen Bereich lag«, so Hoffmann.

Die Telekom verweist auf den kostspieligen Unterhalt der Zelle, etwa für Strom, Standortmiete sowie Wartung und dürfe nach eigenen Angaben Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro stünden.

Während u.a. für Adenaus Stadtbürgermeister der Rückbau unvermeidbar ist und man die Prioritäten zum Beispiel auf schnelles Internet setzen sollte, wäre eine Anbindung an die Außenwelt in Eichenbach wünschenswert. Das Telefonhäuschen ist dort vor mehr als zehn Jahren verschwunden und das Handnetz heißt den Nutzer erst wieder Richtung Aremberg willkommen. Jener Ort, in dem es noch eine öffentliche Fernsprecheinrichtung an der Kirche gibt.

Erst kürzlich seien Feriengäste in Eichenbach abgereist - wegen des nicht vorhandenen Mobilfunkempfangs. Auch fragt Ortsbürgermeister Heinz Stollenwerk »was passiert, wenn bei einem Notfall die Rettungskräfte alarmiert werden müssen.« Hinsichtlich der Fläche für einen notwendigen Antennenmast signalisiert er Bereitschaft. Doch befürchtet Stollenwerk, dass Eichenbach mit seinen etwa 130 Einwohnern und zwei Gasthöfen für einen Netzbetreiber nicht rentabel sei.

Vor diesem Hintergrund dürfte in Eichenbach, aber auch weit über die Ortsgrenzen hinaus alles beim Alten bleiben. Der Münzfernsprecher stirbt weiter aus, während das Smartphone aus dem Alltag nicht mehr weg zu denken ist - vorausgesetzt der Handyempfang ist garantiert.

Übrigens: Wer möchte, kann sich eine alte Telefonzelle zulegen; Informationen über Preise und Konditionen gibt es über: info@telekom.de.

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