Nächtlicher Zauber im Eifeler Wald

Schuld. Kunst einmal ganz anders wahrnehmen und fühlen können Interessierte am Samstag, 29. September, zwischen 20 Uhr und 7 Uhr. Dann bittet der bildende Künstler Günther J. Schaefer aus Schuld in seinen »Zauberwald«. Auf die Besucher warten in der Nähe von Sasserath (Bad Münstereifel) einzigartige Licht- und Klanginstallationen und damit schwerelose Momente, die noch nicht einmal einen Eintritt verlangen.

Objekt, Ort und Zeit ? Günther J. Schaefer definiert die Kunst neu. Mit seinem aktuellen Projekt »Zauberwald« sprengt der 40-Jährige den üblichen Rahmen, in dem er die Licht- und Klanginstallationen nicht tagsüber in einer Ausstellungshalle präsentiert, sondern bewusst im Eifelwald, und das mitten in der Nacht. Dabei erweist sich Schaefer auch räumlich als »Grenzgänger«, denn das Ergebnis seiner jüngsten Schaffenskraft ist kurz hinter der Landesgrenze in Sasserath zu erleben. Vom Ort aus müssen die Besucher nur die ausgeschilderten rund 250 Meter Fußweg zurücklegen, um den »Zauberwald« zu erreichen. Dort angelangt, können sie sich frei bewegen und Licht sowie Musik auf sich wirken lassen. Entspannen und träumen ist ausdrücklich erlaubt, denn der Gastgeber möchte »Stimmungen und Gefühle hervorrufen«. Eine Grundvoraussetzung sollte das Publikum dafür jedoch mitbringen. Schaefer appelliert »still in den Wald zu gehen und so überhaupt die Bereitschaft zu haben, die visuell und akustisch geprägte Atmosphäre intensiv aufzunehmen.« Diese entsteht durch schwebende Kerzen, die erst durch die Schwärze der Nacht ein beeindruckendes Gesamtbild abgeben können, und die wunderbaren musikalischen Gäste. Letztere lassen sich ebenfalls »fallen« und von der außergewöhnlichen Stimmung inspirieren. Musikalisch experimentelle Situationen entstehen, die im Einklang mit der natürlichen Umgebung ein harmonisches Ganzes ergeben. Schaefers Wunsch, Menschen im öffentlichen Raum zusammenzuführen, sie mit den Objekten allein zu lassen und sie letztlich zu überraschen, dürfte sich im »Zauberwald« bei Sasserath erfüllen. Sein aktuelles Projekt ist für den kreativen Kopf Bestandteil einer Neuausrichtung. Dieser laufende Prozess beinhaltet den »Lichtpfad« im Rahmen des Sierscheider Opernsommers 2011, aber auch die momentane Ausstellung der Lichtinstallation »Herbergen« und der »Stoffcollagen« nahe Kassel. Vor allem die vielen positiven Rückmeldungen auf den illuminierten Pfad in Sierscheid verliehen dem zweifachen Familienvater Rückenwind. »Ein älterer Herr hat mich im elterlichen Hotel angesprochen und sich für das einmalige Erlebnis bedankt«, weiß Schaefer die Betrachter seiner Kunst emotional anzusprechen. Dabei setzt er auf den Zauber des Lichts und ein natürliches Umfeld. Auch zum Metall hat er eine enge Beziehung. Diese Leidenschaft ist ebenso geblieben wie der ständige Wille, eigene Ideen möglichst großflächig umzusetzen und sie der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Geht es nach Schaefer, könnte ihn sein nächstes Projekt ins Allgäu führen. Das Wohnmobil für einen unabhängigen Arbeitsaufenthalt vor Ort ist schon vorhanden und der erste Kontakt zu dortigen Kunstschaffenden sicherlich bald auch. Schließlich möchte der in Maastricht studierte Günther J. Schaefer auch abseits der Heimat den üblichen Rahmen sprengen und Kunst neu definieren. Der Eintritt zum »Zauberwald« ist frei. Festes Schuhwerk und warme Kleidung werden empfohlen. Infos: Günther J. Schaefer, gj.schaefer@gmx.de, Tel. 0151-53719302.

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