Spielerisch die Welt entdecken

Adenau. "Kobanga te ibe kanta la" (afrikanisch: Hab keine Angst! Es gibt jemand, der dich beschützt!) klang es durch den Gemeindesaal der evangelischen Kirche. Das Familienzentrum Adenau und die ev. Kirche hatten vom 16.-20. Juli 21 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren zur interkulturellen Ferienwoche eingeladen.

Beim ersten Treffen sah man in neugierige, aufgeregte und teilweise skeptische Gesichter. Alle waren gespannt, was sie in der Woche erwarten würde. Nach dem ersten Kennenlernen entspannten sich die Gemüter, auch bei den Betreuern Petra Theisen und Sonja Greten, sowie den fünf Jugendlichen, die ihnen tatkräftig zur Seite standen. Die erste Hürde war genommen. Zügig startete das Programm, denn im Familienzentrum wartete schon ein südafrikanisches Au-pair, um mit einer Kindergruppe landestypisch zu kochen und nach dem gemeinsamen Essen über Afrika zu berichten. Am Nachmittag bastelten die Kinder begeistert afrikanische Regenmacher, von denen alle hofften, sie würden in dieser Woche nicht zu viel Regen bringen. Das hat auch funktioniert, so dass immer draußen Fußball und Tisch-Kicker gespielt werden konnte.Am Dienstag kam türkische Unterstützung, um mit den Kindern landestypisch zu kochen. Auch hier wurden wieder viele Fragen zur Türkei gestellt. Erstaunlich war, dass viele Kinder ein enormes Allgemeinwissen mitbrachten, denn viele Kinder kannten die Türkei bereits aus dem Urlaub. Nachmittags wartete ein Bus auf die Kinder, zur Verfügung gestellt vom Verbandsgemeinde-Jugendpfleger, der die Gruppe nach Nürburg zum Kindertag brachte. Dort verbrachten alle einen schönen Nachmittag, dank der engagierten Kfd-Frauen aus Welcherath und Nürburg.Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Olympia. Unter der Organisation der jugendlichen Helfer wurden die Kinder in 5 Gruppen mit Namen der 5 Kontinente eingeteilt und traten in sportlichen Spielen gegeinander an. Zur Belohnung gab es selbstgemachte Medaillen.Zum Essen lud dann das Chinarestaurant "Bonsai" ein, wo die Kinder sogar in der Restaurantküche helfen und zusehen durften, wie Essen im Wok zubereitet wird. Highlight war natürlich das Essen mit Stäbchen, was zu viel Gelächter führte. Von der Besitzerin erfuhren die Kinder Landestypisches, zum Beispiel von der Verehrung des Drachen in China.Laut wurde es dann am Donnerstag, da bauten die Kinder Trommeln und benutzten sie kräftig. Zu afrikanischen Liedern wurde gesungen und getrommelt. Eine russische Mutter zweier Kinder begeisterte die Gruppe mittags mit russischer Küche und einem Samowar, dem traditionellen Teekocher, bei dem der Tee aus der Untertasse geschlürft wird, was die Kinder begeistert ausprobierten. Nachmittags fertigten die Kinder Gipsmasken und Gipshände.Der Freitag stand im Zeichen Indiens. Die Kinder durften ihr Mittagessen mit den Händen essen, wie es in Indien praktiziert wird. Eine Frau, die jahrelang in Indien gelebt hat, fesselte die Kinder mit interessanten Geschichten über die Lebensweise in Indien sowie über die Bedeutung der indischen Götter. Später konnten sich die Kinder in einem Quiz über ihr neuerworbenes Wissen zu den verschiedenen Ländern ein Eis aus der Eisdiele erspielen. Die Betreuer staunten nicht schlecht, denn alle Fragen wurden richtig beantwortet. So haben die Kinder also in dieser Woche spielerisch viel über die verschiedenen Länder gelernt.Im Gemeindesaal der ev. Kirche feierte man schließlich gemeinsam mit den Eltern den Abschluss dieser spannenden Ferienwoche, mit Trommeln und Regenmachern und mit afrikanischen Rhythmen. Noch am Nachmittag war klar, dass dies nicht die letzte Aktion in Zusammenarbeit zwischen Familienzentrum und ev. Kirche gewesen sein soll.

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