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Wochenspiegel Team Monschau (WTM) steigt aus Protest aus

Nürburg. Zum Start der neuen VLN-Saison auf der Nordschleife gibt es Kritik an Leistungs-Drosselungen.

Am Samstag, 23. März, fällt der Startschuss für die neue Saison der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Allerdings werden nicht alle Teams der vergangenen Jahre auch diesmal an den Start gehen. Das Wochenspiegel Team Monschau (WTM) um Teamchef Georg Weiss, das in den vergangenen Jahren viele hervorragende Platzierungen erreichte, bleibt der VLN und dem 24h-Rennen aus Protest fern. Auch das Frikadelli Racing Team erwägt einen Ausstieg aus der Rennserie. Grund sind kurzfristig angekündigte Änderungen in der »Balance of Performance« (BoP). Demnach muss die Leistung der GT3-Klasse, zu der auch die beiden Wochenspiegel-Ferrari 488 GT3 gehören, um fünf Prozent gedrosselt werden. Somit verlieren die Fahrzeuge 30 PS.

Bis die Regeln wieder angepasst sind, will das Wochenspiegel-Team Monschau nicht an der VLN und nicht am 24h-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen, wie Teamchef Georg Weiss auch Online-Motorsport-Magazinen gegenüber äußerte. Eine Leistungsreduzierung müsse für das gesamte Feld gelten. Ein Cup, SP7, TCR oder GT4 könne sonst auf der Döttinger Höhe an den GT3-Fahrzeugen vorbeiziehen. Die GT3-Piloten müssten dann versuchen, in anderen Bereichen wieder an denen vorbeizufahren. Das sei gefährlich und kontraproduktiv, so Weiss.

Frikadelli kündigt Konsequenzen an

Klaus Abbelen, Teamchef von Frikadelli Racing, will mit der gleichen Begründung spätestens nach dem 24h-Rennen aus der VLN aussteigen, wenn die BoP-Änderungen bestehen bleiben. »Die ganze Streckencharakteristik der Nordschleife wird jährlich verfälscht, verkürzt, entschärft und schneller gemacht, damit auch jeder neue Rennfahrer von der Playstation aus diese Strecke beherrschen kann. Wir dürfen selbst allerdings nicht schneller werden. Das macht ebenfalls keinen Sinn«, erklärt Abbelen auf der Internetseite von Frikadelli Racing mit Blick auf die kontinuierlich verbesserten Streckenverhältnisse auf der Nordschleife.

Die VLN hat inzwischen zu dem Thema Stellung bezogen. »Die BoP wurde von der Technikkommission entsprechend den Vorgaben seitens der FIA und des DMSB angepasst«, sagt Michael Bork, Leiter Sport und permanenter Renndirektor der VLN: »Uns ist bewusst, dass es hierdurch zu Verschiebungen hinsichtlich der Höchstgeschwindigkeiten in den vorderen Klassen kommen kann. Die betroffenen SP- und Cup-Klassen sind bezüglich ihres Topspeeds allerdings nicht homogen. Von daher werden wir bei der VLN-Test- und Einstellfahrt und dem ersten Rennen zunächst relevante Fahrzeugdaten sammeln müssen, um das Verhältnis valide bewerten zu können.«

Die Test- und Einstellfahrten der VLN finden am Samstag, 16. März, von 9 bis 17 Uhr auf der Nordschleife statt. Und bei der VLN-Präsentation am Mittag ab 12.30 Uhr im ring°boulevard erleben die Besucher die Fahrer und auch Autos der Serie hautnah. Der Eintritt zum Fahrerlager ist am Samstag frei.

Das erste Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft 2019 startet am Samstag, 23. März. Rund um die mehr als 20 Kilometer lange Nordschleife ist der Eintritt bei allen neun Saisonrennen frei. Für die geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und den Besuch des Fahrerlagers sind Tickets ab 18 Euro zu haben. Kinder bis 14 Jahre haben auch hier freien Eintritt. Tickets zu den VLN-Rennen gibt es über die kostenlose Ticket­hotline 0800-2083200, den Nürburgring Online-Shop sowie vor Ort im info°center und an den Zugängen zu den geöffneten Tribünen und zum Fahrerlager.

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Kommentar von GP
Grosse Worte.
Fahren VLN 1 "normal"
Kommentar von Egon Martinetz
Der Ausstieg aus der Serie ist die einzig richtige Konsequenz, auf die kurzfristig angekündigten Änderungen in der »Balance of Performance« (BoP). Wenn solche Entscheidungen von der Technikkommission getroffen werden, so kann man dies nur gemeinsam mit den Teilnehmern, bzw. den betroffenen Team tun. Dies funktioniert aber auch nur dann, wenn dies rechtzeitig geschieht, also nicht zuerst eine Woche vor den ersten Tests und Einstellfahrten.
Ich habe den Verdacht, dass diese Kommissionen nicht immer wissen was sie tun. Die Serie lebt von der Teilnahme der Teams und gerade von den hochkarätigen Boliden der GT3 Klasse, denn diese spektakulären Fahrzeuge wollen die Fans sehen.
Fazit der Geschchte: Die Fans und die Serie selbst sind mal wieder die Leidtragenden.