Den Orbit im Blick

Weltraumüberwachung "made" in Wachtberg

Ahr. Ein Blick über den Tellerrand - oder in diesem Fall über die Kreisgrenzen hinaus - lohnt sich: Am Montagabend, 29. Juni 2020, haben sich mit einem Tag Verspätung Schwerlasttransporter vom Fraunhofer Institut in Wachtberg aus auf den Weg zur Schmidtenhöhe bei Koblenz gemacht. An Bord eine wertvolle, spannende und hochmoderne Fracht.

Beladen sind die Tieflader mit der Sender- & Empfangseinheit "Gestra", mit der zukünftig - vereinfacht ausgedrückt - Weltraumschrott im erdnahen Orbit aufgespürt werden soll. Und dieser wird für Satelliten, die uns mit Informationen versorgen - zum Beispiel für Navigationssysteme - immer häufiger zur Gefahr.

Um diesen Schrott zu kartieren sind zwei verschiedene Radar-Systeme nötig: Eines, das einzelne Weltraumobjekte verfolgt und abbildet. Diese Aufgabe übernimmt das Weltraumbeobachtungssystem "Tira" am Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) in Wachtberg. Und ein weiteres, das die verschiedenen Objekte in einem großen Raumausschnitt aufspürt. Dies kann nur ein sogenanntes "Phased-Array-Radar" mit "einer hohen Reichweite und Strahlagilität" erfüllen und hier kommt "Gestra" ins Spiel.

Jetzt, nach rund fünf Jahren Entwicklungs- und Bauzeit, ist das Weltraumbeobachtungsradar "Gestra" bereit zum Transport auf die Schmidtenhöhe bei Koblenz. Nachdem die beiden Container mit der Sender- und Empfangseinheit bereits am Freitag, 26. Juni, auf die Tieflader verladen wurden, sollte die Reise am Sonntagabend, 28. Juni, starten. Doch nur wenige Meter nach der Torausfahrt des Instituts war bereits Schluss. Schuld war ein defektes Hydraulikaggregat. Mit einem Tag Verspätung wurde der Versuch am Montagabend, 29. Juni, wiederholt und dieses Mal mit Erfolg. Inzwischen sind die beiden Schwerlasttransporter sowie die beiden dazugehörigen Radarkuppeln (Radome) unterwegs. Aufgrund des Gewichts und dem Umfang der Container und Kuppeln muss die kleine "Karawane" einen Umweg zum Zielstandort nehmen und rund 130 Kilometer zurücklegen. Und dabei darf nichts schiefgehen. Denn die Ladung ist etwa 40 Millionen Euro wert und rund 180 Tonnen schwer.

Quelle und weitere Informationen online unter: https://www.fhr.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/weltraum/gestra-den-erdnahen-orbit-stets-im-blick-jb2019.html

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