Ministerrat setzt Wiederaufbauorganisation ein

Innenstaatssekretär a.D. Günter Kern Vor-Ort-Beauftragter

Ahr. Die Leitung der Wiederaufbauorganisation wurde Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß übertragen. Malu Dreyer bedankt sich bei den organisierten Helfern sowie den anderen Freiwilligen, Landwirten, Bauern und Lohnunternehmern.

Der rheinland-pfälzische Ministerrat hat den Innenstaatssekretär a.D. Günter Kern, der zvor von 2003 bis 2014 Landrat des Rhein-Lahn-Kreises war, als Vor-Ort-Beauftragten für den Wiederaufbau des Ahrtals berufen. Er gehört der Wiederaufbauorganisation an, die der Ministerrat heute beschlossen hat, und soll den engen Kontakt zu den Kommunen halten. Geleitet wird die Organisation von Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß. Neben dem Vor-Ort-Beauftragten gehören die neu geschaffene Abteilung „Wiederaufbau 2021“ im Innenministerium und die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalzzu der Wiederaufbauorganisation. Aufgabe des Wiederaufbauorganisation ist es, die kommunale Infrastruktur im Ahrtal "zielführend und effektiv voranzutreiben".

„Ein ganzer Landstrich ist traumatisiert von einer nie dagewesenen Katastrophe, welche die Menschen heimgesucht hat. Viele haben unglaublich Schreckliches erlebt. Das Ausmaß der Not ist riesig. Rund 64.500 Menschen – darunter allein 42.000 im Kreis Ahrweiler – sind in allen Flutgebieten betroffen. Wir beklagen über 140 Tote. Das schmerzt uns sehr. Vieles wurde zerstört und muss wiederaufgebaut werden, Eigenheime, Unternehmen, die Landwirtschaft, der Weinbau und der Tourismus. Unser Ziel ist es, diesen Wiederaufbau koordiniert und schnell voranzutreiben. Die Menschen haben es verdient, dass sie ihre Heimat zurückerhalten“, sagten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz heute in Ahrweiler.

Derzeit leisten laut Dreyer und Lewentz rund 4.200 professionelle Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW), der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei und der Bundeswehr Hilfe. Hinzu kämen die unverzichtbaren Kräfte der Bauern und Landwirte, der Lohnunternehmer, und die unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfer aus allen Teilen der Bundesrepublik. „Wir hätten es ohne diese Menschen, die hier anpacken, nicht geschafft. Wir werden noch lange Unterstützung und Hilfe brauchen“, betonte die Ministerpräsidentin und der Innenminister.

Für den Wiederaufbau sei eine belastbare Struktur zwischen Bund und Land ganz entscheidend. „Wir haben in den ersten Tagen der Krise gezeigt, dass Bundes-  und Landesregierung gut miteinander arbeiten. Das belegen nicht nur die Soforthilfen, die wir in den ersten Tagen gemeinsam auf den Weg gebracht haben", so Malu Dreyer. Wichtig sei, dass gerade mit Blick auf konkrete Aufbaupläne alles sehr koordiniert abläuft. Dabei sei eine Verzahnung der Landesebene zu den Kommunen notwendig. ""Und mit dem ehemaligen Landrat und Staatssekretär im Innenministerium, Günter Kern, haben wir dafür genau den Richtigen“, sate Dreyer. Er sei Auge, Ohr und starke Schulter für die Betroffenen vor Ort.

„Die Landesregierung geht den Wiederaufbau koordiniert und mit klaren Strukturen an. Ein Staatssekretärsausschuss unter Leitung von Staatssekretär Fabian Kirsch, Chef der Staatskanzlei, wird die Ressorts koordinieren. Im Innenministerium arbeitet unter Leitung der Beauftragten für den Wiederaufbau, Staatssekretärin Nicole Steingaß, eine neu geschaffene Aufbauabteilung, in der wir Expertinnen und Experten der Landesregierung aus unterschiedlichen Bereichen zusammengezogen haben. Sie befassen sich unter anderem mit der Koordinierung regelmäßiger Gespräche mit den Kommunalverantwortlichen, mit dem Förderwesen, mit Rechtsfragen, mit den Finanzen des Wiederaufbaus und vielem mehr“, erläuterte Innenminister Roger Lewentz die Strukturen.

„Ich plädiere zudem sehr dafür, dass der Deutsche Bundestag noch im August zu einer Sondersitzung zusammentritt und sich mit den Wiederaufbauhilfen für die von der Hochwasserkatastrophe befasst. Wir brauchen Einigkeit darüber und ein klares Signal aus dem höchsten deutschen Parlament, dass dieser nationale Kraftakt gemeinsam gestemmt wird“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

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