Wird das Trinkwasser knapp?

Ahr. Hoch "Detlef" hat uns in dieser Woche eine Hitzewelle beschert mit Temperaturen von über 38 Grad. Zusammen mit der anhaltenden Trockenheit führt das vielerorts zu Wasserknappheit. Gleichzeitig jedoch steigt der Wasserverbrauch stark an.

Während es bereits Kommunen gibt, die zu Sparsamkeit aufrufen, müssen sich die Bürger im Kreis Ahrweiler derzeit keine Sorgen machen, wie der WochenSpiegel in Gesprächen mit den örtlichen Wasserexperten erfuhr.

"Im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler sind wir zum Glück gut aufgestellt und die Versorgung mit Trinkwasser ist aktuell nicht gefährdet", sagt Markus Kley von der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler. Grund für die gute Versorgungslage sei der Anschluss an die Wahnbachtalsperre im nordrhein-westfälischen Siegburg. "Unsere eigenen Brunnen würden vermutlich bald an ihre Kapazitätsgrenze stoßen, aber durch den Anschluss an die Talsperre sind die Brunnen ausreichend mit Trinkwasser gefüllt", so Kley.

Dennoch appelliert er an die Verbraucherinnen und Verbraucher den eigenen Wasserkonsum zu überdenken und sorgsam mit dem kostbaren und seltenen Gut umzugehen.

Auch Michael Schmidt, Technischer Mitarbeiter der SWB für den Versorgungsbereiche Adenau und Altenahr bittet um "Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein" beim Umgang mit Trinkwasser. "Die Versorgung ist sichergestellt. Dennoch ist die Lage bei solchen Temperaturen, wie wir sie aktuell erleben, anspruchsvoll und der Wasserverbrauch stark - um rund 25 Prozent - gestiegen." Das liege auch an der gestiegenen Anzahl an Touristen und an Corona, da die Menschen deutlich mehr Zeit zu Hause und im eigenen Garten verbringen würden. Und Schmidt betont: "Der Klimawandel hat vor allem in den letzten drei Jahren deutlich in die Wasserversorgung eingegriffen."

Entwarnung gibt es auch für die Stadt Remagen, wie evm-Wasserexperte Daniel Grunewald bestätigt. Das Trinkwasser für Remagen stammt ebenso wie für Bad Neuenahr-Ahrweiler, Altenahr und Adenau aus der Wahnbachtalsperre. Über das Pumpenwerk Mehlem wird das Wasser dann in die Transportleitung zu den Hochbehältern in Remagen befördert. Positive Nachrichten kommen auch aus Sinzig. Wie Carsten Lohre, Werkleiter der Stadtwerke Sinzig mitteilt, gebe es auch hier keine Förderengpässe. Der Wasserverbrauch sei - im Verhältnis zu den letzten beiden heißen Jahren - "wenn überhaupt auch nur geringfügig angestiegen".

Auch Christoph Lasek, Geschäftsführer der "Remondis Eurowasser GmbH", die die Gemeinde Grafschaft unter anderem mit Trinkwasser versorgt, versichert, dass "alles im grünen Bereich" sei. "Der Verbrauch ist durch die Hitze zwar spürbar angestiegen und die Pegel in den Hochbehältern, die das Wasser zwischenspeichern, sind auch deutlich gesunken, aber die Versorgung mit Trinkwasser war in der Gemeinde zu jeder Zeit sichergestellt". Die Obstbauern in der Gemeinde seien zudem vorsorglich kontaktiert worden, nicht zu hohe Mengen an Trinkwasser für das Bewässern ihrer Plantagen zu verbrauchen und dieser Bitte sei auch nachgekommen worden. "Auch wir sind - wenn auch als letztes Glied - an die Wahnbachtalsperre angeschlossen und somit kam es bislang zu keinem Engpass", so Lasek abschließend.

Weitere Informationen zur Wahnbachtalsperre finden Sie online unter: https://www.wahnbach.de

 

 

 

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