Angst statt Urlaubsfreude

Ahrweiler. Vor allem Reisebüros und -veranstalter bekommen die Folgen der Corona-Krise schon von Beginn an zu spüren. Regionalen Reise-Experten erzählen, wie sie die Situation meistern.

Grenzen wurden geschlossen, Flüge und Kreuzfahrten eingestellt, sogar eine weltweite Reisewarnung sprach die Bundesregierung Mitte dieser Woche aus. Eine Situation, die vor allem Reiseveranstalter und - büros belastet

"Wir fühlen uns wie die Musikkapelle auf der sinkenden Titanic", fasst Michael Holthuysen, Hoffmann Reisen in Adenau, die dramatische Lage bildlich zusammen. Wie alle anderen ist auch das Adenauer Reisebüro seit dieser Woche geschlossen, die Mitarbeiter sind bis auf Weiteres im Homeoffice und in Kurzarbeit. Zu tun gibt es dennoch mehr als genug: "Wir betreiben nur noch Krisenmanagement! Wir kümmern uns um Stornierungen und haben dafür gesorgt, dass alle unsere Kunden, die noch im Ausland waren, wieder sicher zurückgekommen sind. Es ist mehr Arbeit als vorher, bekommen dafür aber keinen Cent." Eine Reise gebucht habe bereits seit zwei Wochen kein Kunde mehr, auch nicht für die Herbst-/Wintersaison.

Ähnlich sieht es auch im Reisebüro von Marion Morassi in Ahrweiler aus. "Normalerweise ist bis Ende März Hauptsaison, was das Buchen von Reisen in den Sommerferien betrifft. Jetzt buchen wir keine Reisen, sondern stornieren sie nur noch", so Morassi. Diese Arbeit sei frustrierend, auch weil man keine Provisionen erhalte, die Kosten aber weiterlaufen würden.

Dennoch habe auch in dieser Situation Eines oberste Priorität: "Unsere Kunden!", sagt die Inhaberin. Inzwischen seien alle Kunden wohlbehalten aus den Reisedestinationen zurückgekehrt.

Hoffnung, dass sich die Lage in der nächsten Zeit verbessert, haben beide Reise-Experten nicht. "Ich weiß nicht, wie lange vor allem große Reiseveranstalter noch durchhalten. Die Reisebranche wird sich in jedem Fall gravierend verändern", malt Michael Holthuysen ein düsteres Bild. Auch Marion Morassi rät ihren Kunden vorerst von Buchungen ab: "Auch wenn wir davon leben, man weiß nicht, wie sich die Lage in ein paar Monaten entwickelt, wo das Virus sich dann eventuell ausbreitet. Jetzt heißt es abwarten."

Erste Gedanken, mögliche Hilfen in Anspruch zu nehmen, habe sie sich bereits gemacht: "Wir denken über einen Überbrückungskredit nach und hoffen auf möglichst unbürokratische Hilfen." Und Michael Holthuysen sagt: "Jede Krise ist eine Herausforderung, aber sie birgt auch Möglichkeiten und wir arbeiten an Ideen, wie es weitergehen kann."

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