In luftiger Höhe über dem Ahrtal

Bad Neuenahr. Eine Hängeseilbrücke über die "Schwurfinger" könnte zahlreiche Touristen in die Kreisstadt ziehen. Bis zur Landesgartenschau könnte sie fertig sein.

Noch sind es die Besucher des Hochseilgartens, die von den "Schwurfingern" aus einen beeindruckenden Blick über Bad Neuenahr-Ahrweiler genießen können. Möglicherweise steht dieser Ausblick in Zukunft aber noch viel mehr Menschen offen. Im Herbst 2017 hatte CDU-Fraktion im Stadtrat vorgeschlagen, über die Betonpfeiler in den Weinbergen, die in den 1920er Jahren für eine geplante Eisenbahnbrücke gebaut worden waren, Der Rat hatte daraufhin die Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die nun vorliegt.

Demnach hätte eine Hängeseilbrücke über das Adenbachtal eine Länge von 165 Metern. Sie würde sich in den Rotweinwanderweg eingliedern und - so hofft es die Politik - zu einer Attraktivierung des Wanderwegs beitragen. Außerdem würde die Hängeseilbrücke den Rotweinwanderweg um rund einen Kilometer verkürzen. Rund 577.000 Euro würde der Bau nach vorläufiger Schätzung der Verwaltung kosten, sofern die Konstruktionsweise eher einfach und statisch günstig gehalten würde.

Hinzu kämen Kosten in Höhe von rund 7.000 Euro für einen Stromanschluss. Außerdem müsste die Stadt unter anderem für Grunderwerb, die Arbeit der Ingenieure in die Tasche greifen. Auch Kassenhäuschen und Drehkreuze könnten errichtet werden, heißt es in der Machbarkeitsstudie. Die würden mit rund 63.000 Euro zu Buche schlagen. Durch Eintrittsgelder am Drehkreuz könnten Herstellungskosten sowie laufende Kosten für die Brücke refinanziert werden. Außerdem könnte dadurch gesteuert werden, wie viele Menschen gleichzeitig auf der Brücke unterwegs sind. Das wiederum hätte zur Folge, dass die Brücke nicht unbeschränkt Menschen aufnehmen müsste. Dass dann mit einer geringeren Tragfähigkeit gerechnet werden könnte, würde sich auch auf die Kosten auswirken, so die Verwaltung. Möglich wäre auch eine finanzielle Förderung des Brückenbaus über die touristische Infrastrukturförderung. Der Fördersatz beträgt bis zu 85 Prozent der Investitionskosten. Eine Förderung gibt es aber nur dann, wenn die Projekte nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind. Das wäre aber bei einer Refinanzierung durch Eintritt der Fall.

Auch Brücke an der "Bunten Kuh"

erörtert Insgesamt schätzt die Verwaltung die Kosten auf rund 850.000 Euro. Würde hingegen keine Eintrittsanlage gebaut und somit eine Förderung durch das Land möglich, geht die Verwaltung von Kosten für die Stadt in Höhe von rund 128.000 Euro aus - zuzüglich Kosten für den Grunderwerb.

Neben der Brücke über das Adenbachtal hat die Verwaltung den zusätzlichen Bau einer Brücke über die Ahr geprüft, die von der "Bunten Kuh" zum "Habichtsblick". Diese Hängeseilbrücke wäre rund 302 Meter lang. Der Bau würde den Schätzungen der Verwaltung nach rund 1.057.000 Euro kosten. Die Stromversorgung würde auf beiden Talseiten durch Freileitungen erfolgen. Rund 70.000 Euro würde deren Bau kosten. Insgesamt würde die Brücke laut Verwaltung mit rund 1,59 Millionen Euro zu Buche schlagen. Ohne Eintrittsanlage wäre die Brücke förderfähig und würde die Stadt laut Schätzung der Verwaltung etwa 239.000 Euro kosten - auch hier zuzüglich Kosten für den Grunderwerb. Eine Hängeseilbrücke zwischen "Bunter Kuh" und "Habichtsblick" würde den Rotweinwanderweg und den Ahrsteig mitein­ander verbinden.

Beide Varianten könnten zur Landesgartenschau 2022 fertiggestellt sein, heißt es seitens der Verwaltung. Bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Bau- und Planungsausschuss der Stadt sprachen sich die Ausschussmitglieder bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme dafür aus, dass die Verwaltung Mittel im Haushaltsentwurf für das Jahr 2020 vorsieht, um das kleinere Projekt der Brücke über das Adenbachtal fortzuführen. Außerdem soll die Verwaltung die Finanzierung genauer beleuchten.

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