Liefern statt abholen

Corona-Krise trifft Bedürftige

Ahrweiler. Corona: Es ist eine Krise, die vor allem auch jene trifft, die bereits bedürftig sind. Doch der Einsatz der Haupt- und Ehrenamtlichen geht weiter.

Not macht erfinderisch - das trifft in Zeiten der Corona-Krise auch auf die Koordinatorin der Tafel in Ahrweiler und Sinzig, Christiane Böttcher, zu: "Wegen der Corona-Krise haben wir gleich mehrere Probleme und mussten unsere Ausgaben bis auf Weiteres schließen. Wegen der Hamsterkäufe bekommen wir kaum Lebensmittel, unsere ehrenamtlichen Helfer gehören fast alle selbst zur Risikogruppe und Ansammlungen von vielen Menschen sind auch verboten", so Böttcher.

Doch die geschlossenen Türen sind ein Problem. Denn die Tafel in Ahrweiler und Sinzig versorgt 345 bedürftige Kunden - dahinter stehen 1.057 zu versorgende Personen - mit dringend benötigten Lebensmitteln. "Darunter sind insgesamt 459 Kinder bis 18 Jahre", ergänzt die Tafel-Koordinatorin.

Um diese Menschen dennoch weiter zu unterstützen, hat Christiane Böttcher zusammen mit den regionalen Kooperationspartnern der Tafel einen "Masterplan" erstellt, wie sie selbst sagt: "Wir machen ab jetzt 'Tafel anders'. In Zweier-Teams werden wir Tüten vorpacken, die die Helfer - darunter Mitarbeiter der Stadt Bad Neuenahr und des DRK - dann zu unseren Kunden nach Hause liefern." Jeder Kunde müsse lediglich bis Mittwoch einer jeden Woche in der Caritas-Geschäftsstelle (Tel.: 02641/759860) anrufen und Bedarf anmelden.

Ein Markt für"Leib und Seele"

Ein ähnliches Konzept zur Überbrückung der Corona-Krise hat sich auch der Verein "Markt für Leib und Seele" in Adenau überlegt. "Wir mussten unsere Ausgabe zwar schließen, aber wir werden die Menschen, die uns brauchen, so lange weiter versorgen, wie es geht", verspricht Christa Terzer-Rösner und zeigt, dass der Name des Vereins Programm ist. Im engsten Vorstandskreis packe man jetzt Kisten für Bedürftige. Die Verteilung würde ab kommender Woche dann das Jugendbüro der Verbandsgemeinde übernehmen, um die Fahrer des Vereins, die selbst zur Risikogruppe zählen, zu schützen. "Priorität haben vor allem alleinstehende, ältere Menschen, die niemanden sonst haben", so die Vorsitzende

.Unterstützung erfahre der Verein von Privatpersonen sowie den Rotariern, durch deren Spenden, Lebensmittel hinzugekauft werden könnten.

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