CDU nominiert Horst Gies

Deutliche Zustimmung für Landratskandidat

Kempenich (aw). Mit großem Zuspruch hat die Kreis-CDU den Ersten Kreisbeigeordneten als ihren Kandidaten für die Landratswahl aufgestellt.

 Vier Enthaltungen, drei Gegenstimmen und 107 Ja-Stimmen – der Rückhalt, den Horst Gies in Kempenich beim Kreisparteitag der CDU zur Wahl des christdemokratischen Kandidaten für die Landratswahl zu spüren bekam, vermochte kaum zu überraschen. Ebenso wenig überraschte es, dass sich bei der parteiinternen Entscheidung kein anderer Kandidat gegen den amtierenden Ersten Kreisbeigeordneten zur Wahl stellte. Die CDU baut auf Gies. In der Aussprache nach seiner Bewerbungsrede erhielt er viele unterstützende Worte, musste aber keine einzige Frage beantworten.

»Wie gerne hätten wir am 14./15. Juli die Zeit zurückgedreht«, begann er seine Rede: »Der heutige Abend ist auch ein Ergebnis dieses Abends.« Der zum Zeitpunkt der Flutkatstrophe amtierende Landrat Jürgen Pföhler hatte sich bekanntlich am 11. August krankgemeldet und war aufgrund einer dauerhaften Dienstunfähigkeit zum 1. November in den Ruhestand versetzt worden. Nun müssen die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Ahrweiler voraussichtlich am 23. Januar 2022 eine neue Kreisspitze wählen. Als Stellvertreter des Landrats hatte Gies dessen Amtsgeschäfte vom 11. August an von jetzt auf gleich übernommen. »An dem Tag hat sich für mich viel verändert«, so Gies. In den Mittelpunkt seiner Rede stellt er allerdings weniger seine Person als den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit im Ahrtal nach der Flutkatastrophe. Gleich zu Beginn setzte er ein Zeichen, indem er um eine Schweigeminute für die Verstorbenen und Betroffenen der Katastrophe bat. Anschließend dankte er den Den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Orte, Städte und Verbandsgemeinden, »die ab der ersten Sekunde verantwortlich waren für Dinge, von denen sie nie geträumt hatten«.

Gies hielt Rückblick und Ausblick, ohne dabei zu vergessen, an den passenden Stellen seiner Rede die jeweiligen Helfergruppen wie die Blaulicht- und die kommunale Familie, alle freiwilligen Helfer und mehr zu erwähnen. »So unfassbar die Katastrophe bis heute ist, genauso unfassbar ist die Hilfe, die uns zuteilwird«, so Gies: »Die ersten, die kamen, waren die oft gescholtenen Landwirte.« Derzeit sei die Kreisverwaltung dabei, mit den Helfer-Organisatoren die Hilfsstrukturen zu sortieren. Auch mit Bund und Land gebe es immer wieder Gespräche. »Es gibt immer wieder Probleme damit, was in den Bereich der Soforthilfe und was in den Bereich des Wiederaufbaus fällt. Der Topf der Sofortmaßnahmen Rheinland-Pfalz ist leer. Hier muss nachgelegt werden«, forderte Gies. Außerdem sei entscheidend, dass nun die Häuser der Ahrtal-Bewohner begutachtet werden und entschieden wird, was und wo wiederaufgebaut werden darf. Auch für das Gewerbe müssten Ersatzflächen geschaffen werden, damit die Betriebe nicht abwandern. Auch gelte es den Katastrophenschutz neu auszurichten. Dazu sei er im Gespräch mit den Wehrleitern. »Das Ahrtal ist unser kleines Paradies. Und das gilt es wiederaufzubauen – nicht mehr und nicht weniger«, betonte Gies.

Oft sei er gefragt worden, ob er sich das Amt des Landrats antun wolle. »Ja, ich will das«, bekräftigte er. Dabei könne er auf die Unterstützung seiner Frau und seiner Familie zählen – ohne die gehe es nicht. Einbringen könne er seine Erfahrung und sein Netzwerk, das er als Landtagsabgeordneter und seiner 30-jährigen Parteizugehörigkeit aufgebaut habe. Außerdem habe er neben den Studien der Landwirtschaft und des Weinbaus die Große Verwaltungsprüfung absolviert. »Und schon alleine als Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes habe ich jeden Ort im Kreis Ahrweiler besucht.«

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