Tierisches Happy End

Remagen. Nach der Rettung der 136 Hunde aus einem Privathaus in der Verbandsgemeinde Adenau beginnt für die kleinen Vierbeiner jetzt ein neues, glücklicheres Leben.

Dass Olaf, Christa und ihre Geschwister putzmunter und kerngesund durch das Remagener Tierheim tollen, war vor wenigen Wochen kaum vorstellbar.

Bei einer Rettungsaktion Mitte Juli waren 136 Hunde - darunter 53 Welpen - aus dem Privathaus eines Züchters und seiner Frau in der Verbandsgemeinde Adenau gerettet worden. Dem Paar wurde ein generelles Tierhalteverbot erteilt und die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Die Hunde wurden in Tierheimen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen untergebracht. 22 der Vierbeiner - eine Zuchthündin und 21 Welpen - hatte das Tierheim in Remagen aufgenommen (Der WochenSpiegel berichtete).

"Ich war bereits bei einigen Rettungsaktionen dabei, aber das war schon eine andere Hausnummer. Die Umstände, unter denen die Tiere gelebt haben, waren einfach grausam. Ich bin aber noch nicht einmal so sauer auf den Züchter. Der war gierig und hat falsch gehandelt. Aber die Menschen, die die Tiere online wie auf einem Wühltisch für Socken gekauft haben, die haben das Ganze erst möglich gemacht. Tiere im Internet zu kaufen, ist einfach ein Unding", macht Claus-Peter Krah, Vorsitzender des Tierschutzvereins Kreis Ahrweiler e.V., seiner Wut Luft.

Ordentlich an Gewicht zugelegt

Den schwierigen Start ins Leben haben aber zumindest die Welpen gut verkraftet. "Als wir die Kleinen in den Zwinger gesetzt haben, waren sie erst einmal total baff. Die kannten nur ihren vier Quadratmeter kleinen Raum und plötzlich hatten sie 22 Quadratmeter Platz. Da wurde erst einmal jeder Grashalm erkundet und alles genau inspiziert", erinnert sich Krah an die ersten Schritte in Freiheit. Auch ihre Scheu gegenüber Menschen hätten die Welpen bereits nach nur einem Tag abgelegt.

Dass es den Tieren heute so gut gehe und alle gesund seien, sei den Tierärzten und vor allem den engagierten Mitarbeitern im Tierheim zu verdanken. "Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Wie wohl sich die kleinen Rabauken fühlen, zeigt sich auch am Gewicht. Als wir die Welpen bekamen, wogen sie weniger als ein Kilogramm. Es hat aber keine Woche gedauert, da brachten sie bereits weit über ein Kilo auf die Waage", sagt der Tierschützer.

Kleine Herzensbrecher

Inzwischen konnten bereits elf der Welpen vermittelt werden. Sorgen, dass die restlichen Vierbeiner ein Zuhause finden, muss sich das Tierheim aber keine machen. "Das Interesse war und ist enorm", sagt Krah und das bestätigt auch die große Anzahl an Interessenten, die am vergangenen Dienstagnachmittag das Tierheim besuchen. Eine von ihnen ist Britta Anedda, die mit ihren Töchtern Finja und Leona aus St. Sebastian angereist ist. "Wir sind schon länger auf der Suche nach einem Doodle und waren sogar schon bei Züchtern. Als wir dann über Facebook erfahren haben, was mit den Hunden passiert ist und sie hier im Heim sind, wollten wir einfach helfen", so die Interessentin. Und einer der kleinen Streuner hat es der Familie besonders angetan. "Wir haben unser Herz schon ein bisschen an die kleine Christa verloren und zum Glück ist sie auch noch frei."

Langer Weg in ein normales Leben

Bis auch die noch immer scheue Zuchthündin endlich ein ruhigeres Leben in einem neuen Heim beginnen kann, wird es aber noch dauern. "In rund drei Monaten wird das Gesäuge abgeschwollen sein. Dann können wir sie kastrieren lassen und anfangen, neue Besitzer zu suchen", erklärt Claus-Peter Krah. Bis dahin könnte einer ihrer Welpen sogar schon ein TV-Star sein. Denn der TV-Sender RTL hat bereits Interesse bekundet, einen der kleinen Vierbeiner auf seinem Weg in ein neues Zuhause für die Sendung "Martin Rütter - Die Welpen kommen" zu begleiten.

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