»Dem roten Faden muss ich folgen«

Bad Bodendorf. War das Kunstwerk einmal ein Foto? Schaut man sich die Werke von Stefanie Manhillen an, kann man deren Grundlage oft nur noch erahnen.

Kein Wunder, denn zwischen dem ursprünglichen Foto und dem fertigen Werk liegt ihre künstlerische Bearbeitung. »Das können drei Schritte, aber auch 20 sein«, sagt Stefanie Manhillen. Am Anfang steht immer ein Foto, das die Künstlerin aus Bad Bodendorf selbst aufnimmt. »Dabei mache ich mit der Kamera alles, was man nicht soll«, erklärt sie. So gehe sie zum Beispiel zu nah an das Motiv heran, produziere Unschärfe oder fotografiere mit Gegenlicht.

Die Fotos lässt sie entwickeln und sodann beginnt der Hauptpart des künstlerischen Wirkens. Die Fotos zerkratzt, zerschneidet, übermalt und collagiert sie und fotografiert sie neu. Die Reihenfolge dieser Schritte variiert Stefanie Manhillen bei jedem Werk. Ihre Bilder entstehen aus dem Bauch heraus. Zu Beginn ihrer Arbeit weiß sie nicht, wohin es gehen wird.

Kunstinteresse schon zu Schulzeiten

»Ich arbeite nicht konzeptionell«, sagt sie: »Aber ich habe einen roten Faden und dem muss ich folgen.« Dieser rote Faden kristallisiere sich während der Arbeit heraus. »Es gibt immer einen Störer, einen Gegenläufer im Bild. Ich weiß genau, wann das Bild fertig ist«, sagt sie. Am Ende steht ein Werk zwischen Malerei, Zeichnung und Foto. »Ob man das Originalmotiv noch erkennt, ist dabei egal«, sagt Stefanie Manhillen. Die Schichtfotos sind nur ein Teil ihres Schaffens. Ihr Interesse für die Kunst hat sich schon während ihrer Schulzeit auf dem Gymnasium Calvarienberg gezeigt. Später arbeitete sie unter anderem als Bühnenbildnerin an Theatern in Neuss, Würzburg und Potsdam.

In Berlin studierte sie Freie Malerei und schaffte es bis zur Meisterschülerin. Mittlerweile ist sie von Berlin wieder in ihre Heimat nach Bad Bodendorf gezogen und hat damit begonnen, ihre Werke wieder auszustellen. Zudem betreibt sie daheim die »Kleine Kunstschule im blauen Haus«. Im Arp-Museum ist sie als freie Mitarbeiterin beschäftigt. Außerdem ist sie in verschiedenen Projekten mit Kindern, Geflüchteten, Senioren, benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen tätig.

Unter dem Titel »Schichtig« stellt Stefanie Manhillen ab Freitag, 16. März, eine Auswahl ihrer Schichtfotos in der Galerie im WochenSpiegel, Marktplatz 17, 53474 Ahrweiler, aus.

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