jk

Der Nürburgring als Ort der Hilfe und Helden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte zusammen mit Innenminister Roger Lewentz am Mittwoch den Nürburgring, der als zentrales Basislager und Logistikzentrum in der Hochwasserkatastrophe dient. Alle Einsätze und Einsatzkräfte werden von hier gesteuert und koordiniert.
Bilder

Wo sich normalerweise die großen Trucks der Rennteams bei   Motorsportveranstaltungen aneinanderreihen und Rennfahrzeuge ausgeladen und in die Boxen geschoben werden, dient das 60.000 Quadratmeter große Nürburgring-Fahrerlager jetzt als „Bereitstellungsraum“ und Basislager für mehr als 700 Fahrzeuge und Einsatzkräfte von Polizei, Bundeswehr, Rettungsdienst sowie dem Technischen Hilfswerk und den vielen Feuerwehren, die aus allen Teilen Deutschlands gekommen sind um zu helfen. Etwa 120 Personen steuern dort in der Leitzentrale alle Prozesse für die Hilfen vor Ort. Mehr als 2.200 Helferinnen und Helfer sind inzwischen in den betroffenen Regionen im Einsatz, in Kürze könnten es mehr als 4.000 werden: „Es war mir persönlich ein großes Anliegen all denen ein großes Dankeschön zu sagen, die hier seit fast einer Woche im Dauereinsatz sind“, sagte Malu Dreyer bei ihrem Besuch am Nürburgring. Die Einsatzkräfte werden im umfunktionierten Fahrerlager versorgt, können auf Feldbetten in den Boxen mal ein wenig ruhen und „durchatmen“. Vom Helikopterlandeplatz am Rande des Fahrerlagers starten praktisch im Minutentakt auch die vielen Hubschrauber, die u.a. Trinkwasser in die Katastrophengebiete fliegen: „Am Nürburgring wird besonders deutlich, dass ganz Deutschland zusammenrückt,“ sagte die Ministerpräsidentin in Anwesenheit von Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort und Nürburgring-Pressesprecher Alexander Gerhard: „Ich kann den Einsatzkräften gar nicht genug danken. Was sie leisten ist enorm und was sie mit ansehen und verarbeiten müssen übersteigt jede Vorstellung, für mich sind alle Helden“, so Malu Dreyer, die mit Innenminister Lewentz auch die Spendensammelstelle am Nürburgring besuchte. In vier riesigen Hallen, so u.a. im Bitburger-Event-Center und der Ring-Arena werden geschätzt Hunderttausende von Sachspenden, von Kinderwagen, Kinderkleidung und Spielzeug, Schuhe, Kleidung für alle Altersgruppen oder auch Hygieneartikel bis hin zu Matratzen u.v.m. auf rund 10.000 Quadratmetern von mehr als 1.000 freiwilligen Helfern sortiert und verpackt, um dann mit Hilfskräften zu den Betroffenen in die Katastrophengebiete gebracht zu werden: „Angefangen hat das mit einem Aufruf über soziale Medien initiiert durch Mitglieder vom ADAC-Mittelrhein in Kooperation mit dem Nürburgring“, so Nürburgring-Pressesprecher Alexander Gerhard. Nach der Absage des Truck-GP war der ursprünglich als Leiter der Streckensicherung angereiste Michael Kaliszan zusammen mit Ehefrau Stephanie Eder der Meinung, dass es sich „nicht gut anfühlen würde jetzt einfach wieder nach Hause zu fahren“. Die Hilfsbereitschaft war so unglaublich groß, dass man schon wenige Stunden nach dem Aufruf „ans Limit der Kapazitäten“ kam und darum bat, zunächst keine weiteren Sachspenden mehr zu bringen. Malu Dreyer war überwältigt angesichts dieser unvorstellbaren Menge an Sachspenden, die sich in den riesigen Hallen türmen. Sie sprach auch dort mit vielen Helferinnen und Helfern, die jedes einzelne Teil sichten, sortieren und verpacken und dankte auch ihnen für diesen enormen Einsatz. Es werden dort immer noch dringend freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht (www.nuerburgring.de). Hunderte von zusätzlichen Feuerwehr- und Einsatzfahrzeugen aus ganz Deutschland kamen dann Mittwochabend mit den von Malu Dreyer angekündigten Helferinnen und Helfern am Nürburgring an. Stoßstange an Stoßstange wartete die „Blaulicht-Karawane“ auf der Standspur von der Döttinger Höhe bis zur Einfahrt in den „Bereitstellungsraum“ auf Einweisung. So ist der Nürburgring in dieser Katastrophe zu einem beispiellosen Ort der Hilfe und Solidarität geworden…   Info: Onlineplattform für Hilfsangebote und Hilfesuchende Registrierung unter: www.fluthilfe.rlp.de


Meistgelesen