tw

Die Rückkehr des Eifeltigers

Kaum ein Spaziergänger bekommt die in den Eifelwäldern lebenden Wildkatzen je zu Gesicht, denn sie meiden die Nähe zum Menschen. Der Bestand ist in den vergangenen Jahren jedoch gewachsen.
Bilder

Die gute Nachricht zum Weltkatzentag am 8. August vorweg: Die vielerorts extrem selten gewordene Wildkatze, auch der »kleine Tiger Deutschlands« genannt, kehrt zurück. »Im Gebiet des Forstamts Adenau war die Wildkatze immer aktiv, doch die Beobachtungen und leider auch die Totfunde nach Verkehrsunfällen häufen sich«, sagt Förster Dietmar Ebi.
Nur mit viel Glück gelinge es, die scheue, nachtaktive Einzelgängerin in freier Natur zu beobachten. »Bei der Ausübung der Jagd kann ich immer wieder mal Wildkatzen beobachten. Da ich fast immer eine Kamera dabei habe, gelingt mir dabei auch das ein oder andere Foto von Wildkatzen«, berichtet sein Kollege Andreas Michel vom Forstamt Adenau.
»Ich freue mich sehr über die Rückkehr beziehungsweise die Zunahme der Wildkatze in unseren Wälder – nicht zuletzt weil dies ein Beleg für die Erfolge unserer naturnahen Forstwirtschaft ist«, so Michel weiter.

Anspruchsvoller Lebensraum

Wildkatzen brauchen einen vielfältigen Wald mit viel Unterholz und auch umgestürzten und toten Bäumen. So finden sie Versteckmöglichkeiten und sichere Höhlen, in denen die Wildkatzenkinder zur Welt kommen. »Abwechslungsreiche Waldränder, Lichtungen, und Waldwiesen erleichtern die Mäusejagd«, erklärt Förster Michel. »Von diesen natürlichen Lebensbedingungen profitieren aber nicht nur die Wildkatzen. Denn wo die Wildkatze weitläufig umherstreifen und gesunden Nachwuchs aufziehen kann, dort fühlen sich auch viele andere Waldbewohner wie der Dachs und der Siebenschläfer wohl.«
Unsere Hauskatzen stammen übrigens nicht von den Wildkatzen ab. Genauso wenig sind Wildkatzen verwilderte Hauskatzen, sondern bilden eine völlig eigenständige Art. Die Wildkatze lebte schon in den germanischen Wäldern, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen mit über die Alpen brachten.
Die Wildkatze unterscheidet sich von der Hauskatze: Sie ist etwas größer und kräftiger als diese, ein Eindruck, der durch das längere Fell verstärkt wird. Die grau-braune Fellfärbung ist verwaschen. »Hauptmerkmal ist der buschige Schwanz mit dunklen Ringen an einem stumpfen Schwanzende. Die Kopfform wirkt wuchtiger als bei einer Hauskatze und die Schnauze ist breiter und hat ausgeprägte weiße Schnurrhaare«, erklärt Förster Dietmar Ebi.
Wildkatzen sind dem Menschen gegenüber vorsichtig und nicht zähmbar.
Anders als Fuchs oder Steinmarder macht die Wildkatze einen großen Bogen um den Lebensraum der Menschen.
Weitere Informationen zum Thema Wald unter www.adenau.wald-rlp.de