tw

Wie kommt der Pilz aus Asien an den Wirftbach?

Nach drei Jahren war es für eine kleine Gruppe wieder soweit: Für die Bachpatenschaft des BUND am Wirftbach in der Eifel nahe am Nürburgring stand Arbeit an. Doch eine Entwicklung bereitet den Naturfreunden Kopfzerbrechen.
Bilder
Mit der Motorsäge rückten die BUND-Mitglieder in der Wirftbachaue an, um den störenden Fichtenbewuchs zu dezimieren. Foto: privat

Mit der Motorsäge rückten die BUND-Mitglieder in der Wirftbachaue an, um den störenden Fichtenbewuchs zu dezimieren. Foto: privat

In der Aue (also in dem Bereich, bis wohin das Hochwasser reicht) hat sich ein natürlicher Aufwuchs von den angrenzenden Fichten herausgebildet. Nadelbäume stören das Gleichgewicht des Gewässers, denn sie werfen ganzjährig Schatten. Außerdem sind ihre Nadeln für die Kleinlebewesen im Gewässer keine Nahrung. Alles im Gegensatz zu den typischen Laubbäumen der Aue, nämlich Erle, Esche und Weide. Deren Blätter bilden die Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen und im Sommer wirkt deren Schatten temperaturausgleichend. Also müssen von Hand und bei dickerem Aufwuchs mit der Motorsäge die Fichten aus dem Auenbereich entfernt werden. Bei leichten Minustemperaturen und nicht unbeträchtlicher Schneehöhe, aber bei viel Sonne, machte die Arbeit den Aktivisten um Reinhard van Ooyen, BUND-Vorsitzender im Kreis Ahrweiler, große Freude.
Weniger Freude ergibt die betrübliche Erkenntnis, dass ein Großteil der am Wirftbach vom BUND angepflanzten jungen Eschen unter dem so genannten »Eschentriebsterben« leidet und wahrscheinlich absterben wird. Die Ursache ist nach Erkenntnissen der Wissenschaftler ein aus Asien eingeschleppter Pilz, das »Falsche Weiße Stängelbecherchen«, der von den Spitzen des Baumes in das Holz einwandert und den Baum an den Ästen vertrocknen und den Stamm aufplatzen lässt und letztendlich den Tod des Baumes bedeutet.
Doch wie kommt der Pilz aus Asien an den Wirftbach? – Die Wissenschaftler sind der Auffassung, dass zum Beispiel über billiges Brennholz oder Holz für Paletten der Pilz aus Asien, speziell dem östlichen Russland, eingeschleppt worden ist. Die Sporen des Pilzes verbreiten sich dann über den Wind.
An der Ahr und am Adenauerbach sind die gleichen Phänomene leider auch an älteren Bäumen festzustellen. Zurzeit gibt es kein Mittel gegen dieses Eschensterben, so dass Neuanpflanzungen von alternativen Baumarten entlang der Gewässer als der einzig gangbare Weg erscheinen. Winfried Sander, langjähriger Vertreter des BUND an Bächen und für das Landesamt für Umwelt in Mainz als Koordinator für schulische Bachpatenschaften unterwegs, meint dazu: „Dieses Phänomen ist nur ein kleiner Teil der Globalisierung von Umweltproblemen, mit denen wir es in Zukunft sicher noch weit mehr zu tun haben werden.«