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Altstadt von Stromberg stand meterhoch unter Wasser

Der Aufräumeinsatz im Stadtkern von Stromberg geht nach der gestrigen Unwetter-Überflutung weiter. Ein schweres Unwetter traf gestern am frühen Mittag die Stadt Stromberg im Kreis Bad Kreuznach. Innerhalb einer knappen Stunde regnete es solche Mengen, dass die Altstadt bis zu zwei Meter hoch unter Wasser stand.
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Auch umliegende Gemeinden waren stark betroffen. Bereits kurz nach dem Unwetterereignis, rückten die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Stromberg zu mehreren Einsatzstellen im gesamten Stadtgebiet aus. Schwerpunkt war jedoch die tiefliegende Altstadt. Schnell war klar, dass dieser Einsatz ein größeres Ausmaß annehmen wird. So wurden weitere Einheiten der Feuerwehr und die Führungsgruppe Technische Einsatzleitung von Einsatzleiter Bernhard Schön alarmiert. Daraufhin richtete die Kreisverwaltung auch die Koordinierungsstelle Katastrophenschutz im Lagezentrum der Kreisverwaltung ein, um weiteres Material wie Bagger, Radlader und Pumpen zu organisieren.

Bislang über 250 Einsatzkräfte aktiv

Parallel forderte die Einsatzleitung alle drei Schnelleinsatzgruppen der Sanitätsdienste an. Rund 80 Einsatzkräfte von Arbeiter-Samariter Bund, Deutschem Rotem Kreuz, der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft und den Maltesern organisierten Verpflegung, errichteten ein Betreuungszentrum für Betroffene in der ‚Deutscher Michel Halle‘ in Stromberg und stellten den Sanitätsdienst sicher. Im Verlauf des Einsatzes kamen auch Feuerwehreinheiten aus den Verbandsgemeinden Langenlonsheim, Rüdesheim und dem Landkreis Mainz-Bingen in Stromberg zum Einsatz. Insgesamt waren bisher 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Technischem Hilfswerk (THW) im Einsatz.

Bürger in ihren Häusern eingeschlossen

Wegen des schnellen Anstiegs des Wassers im Stadtkern konnten etliche Menschen ihre Häuser nicht mehr rechtzeitig verlassen und waren über mehrere Stunden vom Wasser eingeschlossen. Die Feuerwehr rettete eine Person und hielt zu den weiteren eingeschlossenen Personen durchgehend Kontakt, unter anderem mit einem Boot. So verblieben die meisten Menschen in Ihren Häusern. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. „Zunächst galt es das Wasser schnellstmöglich mit Pumpen zu beseitigen und den noch nassen Schlamm zu entfernen. Wenn dieser erst einmal trocken ist, hat man keine Chance mehr. Erst wenn das Wasser von den Straßen und Plätzen weg ist, können wir in die Keller der Häuser gehen und diese dann leer pumpen.“ erläutert Einsatzleiter Bernhard Schön seine Strategie. „Die Kameraden aller Organisationen leisten eine schwere Arbeit. Da müssen wir auch für den Austausch von Personal sorgen, damit es zu keinen Überlastungen kommt", o der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Stromberg weiter.

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Bereits am Nachmittag war klar, dass der Einsatz sich die ganze Nacht hindurch ziehen wird. „Wir haben rund 100 Einsatzstellen zu bearbeiten, da wird es sicher hell bis wir hier annähernd fertig sind. In den folgenden Tagen stehen dann umfassende Aufräumarbeiten an. Hier liegt noch viel vor uns. So etwas habe ich in vielen Jahren Feuerwehr noch nicht erlebt“, ist sich der Einsatzleiter sicher. "Es ist schwer zu begreifen, was den Betroffenen hier passiert ist. Den Einsatzkräften, die mit aller Kraft und Sachverstand diesen Einsatz bewältigen gilt mein höchster Respekt und Dank“, sagte Landrat Franz-Josef Diel. Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann stand in ständigem Kontakt mit seinen Kollegen in den umliegenden Landkreisen. „Gerade bei solchen Wetterlagen ist es wichtig, dass man sich vernetzt. Das gilt auch für die Einheiten im eigenen Landkreis. Unsere Hilfsorganisationen und Feuerwehren kennen hier keine Befindlichkeiten. Im Einsatz zählt nur die schnelle Hilfe für Menschen in Not. Darauf bin ich stolz und kann mich auch jederzeit auf die Ehrenamtlichen im Landkreis verlassen.“
Der Einsatz dauert aktuell weiter an. Mit einem Einsatzende ist nicht vor Samstagabend zu rechnen. Foto 1: Kreisverwaltung Bad Kreuznach | Foto 2: privat