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DGB Bad Kreuznach: "Kein öffentliches Geld für Pro City!"

„Keine Förderung des Vereins Pro City mit öffentlichen Geldern!“ So lautet der aktuelle und unmissverständliche Appell des Kreisvorstandes Bad Kreuznach des deutschen Gewerkschaftbunds (DGB) an die Mitglieder des Stadtrates.
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In der vergangenen Ausgabe berichtete der WochenSpiegel darüber, dass der Verein „Pro City“ bei der Stadt einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 39 000 Euro beantragt hat. Gegen dieses Ansinnen hat nun der DGB-Kreisvorstand Bad Kreuznach das Wort ergriffen. „Auf keinen Fall wollen wir es als DGB ohne Widerspruch hinnehmen, dass jener Verein, der mittlerweile viermal im Jahr die Sonntagsruhe durch Shoppingrummel stören lässt, auch noch mit öffentlichen Geldern gefördert wird“, machte der DGB Kreisvorsitzende Michael Simon unmissverständlich klar. Dies dürfe, so Simon, schon gar nicht in einer Kommune passieren, die als eine der ersten Sparmaßnahme vor Jahren die Stelle der städtischen Frauenbeauftragten gestrichen habe. Stattdessen appellierte der DGB an die Mitglieder des Stadtrates, dafür Sorge zu tragen, dass Pro City künftig seine Kosten selbst bestreite, so wie dies jeder andere nicht gemeinnützige Verein und zum Großteil auch die gemeinnützigen Vereine täten. „Die Einzelhandelsvereinigung Pro City will politisch unabhängig bleiben, erwartet aber von den Stadtratsparteien, dass sie in Zeiten knapper kommunaler Kassen jährlich 39 000 Euro Steuergelder für die Bezahlung eines Geschäftsführers springen lassen“, zeigte Simon kein Verständnis für das Ansinnen von „Pro City“. Allein in den vergangenen zwölf Jahren sei „Pro City“ dadurch, dass der Prokurist der städtischen Tourismus- und Marketing GmbH mit der Hälfte seiner Arbeitszeit für den Verein freigestellt und als Geschäftsführer tätig war, mit fast einer halben Million Euro gesponsert worden. „Davon“, so Simon, „träumen die vielen kleinen und großen gemeinnützigen Vereine in Bad Kreuznach, in denen Ehrenamtliche in ihrer Freizeit teils Erhebliches für die Stadt und ihre Menschen leisten“. Unabhängig bleibe man im beruflichen wie im privaten Leben vor allem dann, wenn man seine Zeche selbst bezahle, forderte der DGB-Kreisvorsitzende „Pro City“ auf, das Geld für den Vereinsgeschäftsführer eigenständig aufzubringen. Unter den 80 Mitgliedern von Pro City seien alleine sieben Niederlassungen von teils international tätigen Konzernen oder großen Betrieben, acht lokale Dependancen von Automobilkonzernen und drei Geldinstitute. „Sind die nicht willens, die nötigen 39.000 Euro jährlich für ihre Geschäftsführung aufzubringen? An mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit kann das ja wohl nicht scheitern“, mutmaßte Simon.