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Die Franziskanerbrüder und der Erste Weltkrieg

Der Spurensuche zur Gesellschaftsgeschichte des Ersten Weltkrieges widmet sich die Herbsttagung des Vereines für Heimatkunde für Stadt und Kreis Bad Kreuznach am Samstag, 21. November, 14.30 Uhr, im Haus des Gastes.
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Bruder Michaelin Ruedin (Foto) von den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz, wird seine Forschungsergebnisse in dem Vortrag "Wir müssen aushalten und uns in das Unabänderliche fügen - Franziskanerbrüder im Ersten Weltkrieg" vorstellen. Er konnte unter anderem auf ein Archiv von 800 Briefen zurückgreifen, die Mitglieder des Ordens an verschiedenen Kriegsschauplätzen als Soldaten verfassten. Besucher sind bei der Herbsttagung des Vereins für Heimatkunde für Stadt und Kreis Bad Kreuznach herzlich Willkommen. Der Eintritt ist frei. Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz entstanden 1862 als religiöse Lebensgemeinschaft mit ausgesprochen sozialer Berufung. Ordensgründer Jakob Wirth hatte die soziale Not seiner Zeit, die Unzulänglichkeit der Sozialfürsorge des Staates am eigenen Schicksal erfahren. Hlfe für Arme, Kranke und Kinder war daher das zentrale Anliegen der am franziskanischen Vorbild ausgerichteten Gemeinschaft. Dabei bildeten bürgerlicher Beruf und religiöse Berufung eine Einheit. Ruedin, der bereits eine Biographie des Jakobus Wirth verfasst hat, fragt insbesondere, wie die einzelnen Brüder den Konflikt zwischen ihrer auf Dienst am Nächsten in Nachfolge Christi gegründeten Ordensgemeinschaft und die Mitwirkung an der Kriegsmaschinerie bewältigten. Dabei wird klar, dass auch für die Brüder galt, was für die christlichen Konfessionen insgesamt zu sagen ist: Nation und Monarche wurden als Elemente einer gottgewollten Ordnung angesehen, in die der Einzelne sich einzufügen hatte.Gehorsam gegen Gott und Obrigkeit waren zwei Seiten derselben Medaille. Das hinderte sie  nicht, die Schrecken des Krieges und die Leiden, die dieser hervorbrachte ohne Verklärung wahrzunehmen, zu schildern und den Frieden zu ersehnen. Am 21. Dezember 1891 bezogen drei Franziskanerbrüder der Gemeinschaft vom Heiligen Kreuz eine kleine Mietwohnung in Bad Kreuznach und übernahmen Samariterdienste an den Alten und Kranken der Stadt. Am 18. Juli 1893, ging das Gast- und Badehaus „Kisky´s Wörth“ in den Besitz der Franziskanerbrüder über. Das Krankenhaus St. Marienwörth war gegründet. 1895wurde ein Kinderheim gebaut. Bereits im Jahr 1905begannen die Arbeiten für den Neubau des Krankenhauses, die 1906abgeschlossen wurden. Der Krieg bedeutete auch hier einen tiefen Einschnitt: aus dem Kinderheim wurde ein Lazarett, obwohl die Zahl der Waisen rapide anstieg.


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