Kai Brückner

Gaspreis steigt um bis zu 80 Prozent, Strom bis zu 48 Prozent teurer

Bad Kreuznach. Auch bei den Kreuznacher Stadtwerke müssen Kunden 2023 mehr für Energie zahlen: Der Versorger kündigt fürs neue Jahr deutlich höhere Preise an.
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Auch bei den Kreuznacher Stadtwerke steigen 2023 die Gas- und Strompreise stark - das macht auch das Kochen mit Gas teurer.

Auch bei den Kreuznacher Stadtwerke steigen 2023 die Gas- und Strompreise stark - das macht auch das Kochen mit Gas teurer.

Foto: Janko Ferlic

Die Kreuznacher Stadtwerke geben ihre deutlich höheren Beschaffungspreise für Erdgas und Strom an ihre Kundeninnen und Kunden weiter. Diese müssen im kommenden Jahr für beide Energieträger deutlich mehr zahlen als bisher: Der Preis für die Lieferung von Erdgas im Grundversorgungstarif (gilt für die meisten Privatkunden) steigt zum 1. Januar 2023 um 75 bis 80 Prozent. Zeitgleich werde der Strompreis um 40 bis 48 Prozent angehoben, kündigte Dirk Alsentzer an. Wie der Prokurist der Kreuznacher Stadtwerke ergänzte, liegen "diese Preise aber noch deutlich unter den Tarifen, die fast alle deutschen Energieversorgungsunternehmen angekündigt haben.". Um die hohen Energiekosten abzufedern, hat die Bundesregierung unter anderem eine Erdgas- und Strompreisbremse angekündigt. "Diese von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Entlastungsmechanismen sind in unseren neuen Preisen noch nicht berücksichtigt", merkte Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Nath an. Als "gebranntes Kind der Gasbeschaffungsumlage bat er um Verständnis, dass man im Moment dazu nichts sagen könne.

Gas- und Strompreis steigt auch bei den Kreuznacher Stadtwerken

Der ab 2023 von den Stadtwerken noch ohne die Entlastungsmechanismen kalkulierte Grundversorgungstarif sieht wiefolgt aus: Haushalte mit einem Gasverbrauch über 13.363 Kilowattstunden (kw/h) müssen sich auf 17,84 Cent pro Kilowattstunde und eine jährliche Grundgebühr von 179,76 Euro einstellen. Wer zwischen 2460 und 13.363 kw/h Gas im Jahr verbraucht, muss dafür 18,69 Cent pro Kilowattstunde und 65,61 Euro Grundgebühr zahlen. Kleinstverbraucher unter 2460 kw/h Gas müssen mit 20,02 Cent pro kw/h plus 32,87 Euro Jahresgrundgebühr rechnen. Für die elektrische Stromversorgung zahlen Haushalte, Gewerbe und Landwirtschaft ab 2023 dann 42,02 Cent pro kw/h und 107,94 Euro Verrechnungspreis als Grundgebühr. Nachtstrom, der zwischen 22 und 7 Uhr verbraucht wird, kostet nur 37,57 Cent pro kw/h sowie 24,54 Euro für die Tarifschaltung hinlegen. Die Stadtwerke schreiben derzeit ihre Kunden wegen der Höhe der künftigen Vorauszahlungen an.

Gas in ausreichender Menge, wenn wir alle damit weiterhin sparsam umgehen

Zur Gasbeschaffungsumlage, die zum 1. Oktober eingeführt und dann rückwirkend wieder aufgehoben wurde, teilte der Stadtwerke-Chef mit, dass die gezahlte Gaspreisumlage in der Jahresverbrauchsabrechnung berücksichtigt werde: Bei normalen Verbräuchen in der Jahresverbrauchsabrechnung 2022 werde es dann wohl nicht oder - wenn überhaupt - zu wesentlich geringeren Nachzahlungen kommen. Auch das Versprechen des Bundeskanzlers, Gas werde in diesem Winter nicht knapp, kommentierte Nath: Nachdem nun der erste LNG-Terminal fast fertig sei und die ersten Schiffe mit Flüssigerdgas schon zum Anlanden parat ständen, "gehen wir bei normalen Bedingungen in diesem Winter davon aus, dass wir mit dem Gas auskommen werden. Wenn wir aber vier bis sechs Wochen lang minus fünf Grad bekommen oder zwei Grad mit Regen und dann alle doch die Heizung aufdrehen, dann wird eine andere Situation möglich." Sprich: "Gas steht in ausreichender Menge zur Verfügung, wenn wir alle damit weiterhin sparsam umgehen", so Naths Einschätzung.


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