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Gesunde Ernährung im Alltag beginnt bereits im Kopf

- Über ‚gesunde’ Ernährung streiten sich die Geister, im Allgemeinen herrscht eher Verwirrung und bei manchem gar Resignation ob der vielen Meinungen, die im Umlauf sind. Vegan, vegetarisch, gar paleo oder doch Fleisch? Viel Eiweiß, wenig Kohlehydrate? Und was war mit den Fetten? Ernährungsexpertin Anette Rump, Inhaberin der Praxis Königsweg | Stress- und Gesundheitsmanagement in der Kurhausstraße von Bad Kreuznach, weiß hier Rat.
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„Ernährung ist dann ‚gesund’, wenn sie möglichst vollwertig ist – die Lebensmittel also ihren ‚vollen Wert’ besitzen.“ Gesunde Ernährung macht fit, leistungsstark und vital. Dafür sind die sogenannten Vitalstoffe zuständig. Sie sorgen dafür, dass alle Stoffwechselprozesse in unserem Körper reibungslos ablaufen. Wenn diese Prozesse nicht vollständig und in der vorgesehenen Art und Weise durchlauf werden, entstehen langfristig Krankheiten, Übergewicht oder Untergewicht. Ergo besteht eine gesunde Ernährung aus Lebensmitteln, die möglichst reich an Vitalstoffen sind. Zu den bekannten Vitalstoffgruppen gehören zum Beispiel wasser- und fettlösliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelement, Enzyme, ungesättigte Fettsäuren und einiges mehr. Manche davon sind essentiell, das heißt, sie werden nicht eigenständig von unserem Körper hergestellt, sondern müssen mit der Nahrung zugeführt werden. „Diese Vitalstoffe sind nur in ursprünglichen, natürlichen Lebensmitteln enthalten“, erklärt Anette Rump. „Unsere Ernährung besteht jedoch heutzutage großenteils aus der sogenannten Zivilisationskost, also Fertigprodukten, die durch fabrikatorische Eingriffe wie Erhitzung oder Konservierung verändert werden.“ Doch wie kann der Alltag nun mit gesunder Ernährung tatsächlich gestaltet werden? „Als groben Anhaltspunkt gibt es vier Dinge, auf die jeder bei der Ernährung achten sollte“, erklärt die Ernährungsexpertin. Zum einen sollte Vollkornprodukten der Vorzug gegeben werden. In den Randschichten der Getreidekörner befinden sich viele der wertvollen Vitalstoffe. Vollkornbrot, möglichst verschiedene Sorten, sollte also auf dem täglichen Speiseplan stehen. Doch Vorsicht: Es macht nur Sinn, wenn sichergestellt ist, dass das Vollkornmehl zügig zu Brot verarbeitet wird, damit die Vitalstoffe auch tatsächlich noch vorhanden sind. Hier gilt es also, beim Bäcker seines Vertrauens einfach mal nachzufragen. „Frisches Obst und Gemüse darf natürlich nicht fehlen. Das ist den meisten Menschen klar. Gerade beim Gemüse sollte jedoch auch darauf geachtet werden, dass ein Teil davon roh verzehrt wird. Denn gerade im Gemüse ist der Gehalt an Vitalstoffen besonders hoch. Also einfach mal einen leckeren Waldorfsalat oder mal die Möhre aus der Faust mit ins Programm aufnehmen.“ Auch Fette sind lebensnotwendig. „Es macht überhaupt keinen Sinn, sich besonders fettarm zu ernähren – auch nicht, wenn man abnehmen möchte. Ohne Fette kann unser Stoffwechsel nicht richtig funktionieren. Es müssen einfach nur die ‚richtigen’, naturbelassenen Fette sein wie kaltgepresste Öle, Ölsaaten wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Sesamsaat, und Nüsse. Gerne darf auch Butter und Sahne mal dabei sein.“ Verzichten sollte man auf jeden Fall auf Zucker bzw. Produkte mit verstecktem Zucker und Weißmehle. „Diese Produkte machen auf Dauer definitiv krank, führen meist zu Übergewicht und machen müde und antriebslos.“ Gesunde Ernährung beginnt also tatsächlich im Kopf. Wer mit dem Gedanken an eine gesunde, natürliche Ernährung bereits einkaufen geht, ist auf dem richtigen Weg. „Auch auf dem Weg zum Wunschgewicht ist eine gesunde Ernährung die Basis. Ein Herumplagen mit Kalorienzählen und Hungern ist gar nicht nötig“, so die ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin. Generell gilt natürlich, dass bei verschiedenen, bereits vorhandenen Krankheitsbildern, bei Allergien und Unverträglichkeiten ganz individuell hingeschaut werden muss.