Robert Syska

Multiple Krisen drücken die Stimmung im Handwerk

Hunsrück/Nahe. Die Einschätzung des regionalen Handwerks zur derzeitigen Geschäftsage hat sich laut aktuellem Herbst-Konjunkturbericht deutlich abgekühlt.

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Der Herbst-Konjunkturbericht der Handwerkskammer zeigt: Insbesondere im Nahrungsmittelhandwerk sind die Erwartungen fürs kommende Quartal gedämpft.

Der Herbst-Konjunkturbericht der Handwerkskammer zeigt: Insbesondere im Nahrungsmittelhandwerk sind die Erwartungen fürs kommende Quartal gedämpft.

Foto: HwK Koblenz

Laut aktuellem Herbst-Konjunkturbericht, den die Handwerkskammer Koblenz dieser Tage vorgelegt hat. Nur noch 59 Prozent der befragten Betriebe erwarten, dass sich die Geschäftslage im nächsten Quartal verbessert oder zumindest gleichbleibt. Im Vorjahr hatten diese Erwartung noch 89 Prozent der Betriebe geäußert. »Vor dem Hintergrund einer Abwärtsbewegung der Gesamtwirtschaft war das nicht anders zu erwarten«, sagt Hwk-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich. Allerdings beurteilen 85 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut bis befriedigend. Hier fällt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr nur um 10 Prozentpunkte aus (2021: 95 Prozent). »Damit ist der Abschwung im Handwerk bisher deutlich verhaltener als in anderen Wirtschaftsbereichen ausgefallen. Das Handwerk zeigt sich robust«, findet Hellrich. Dennoch: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Materialknappheit, Störung von Lieferketten, steigende Preise bei Rohstoffen und Energie und der anhaltende Fachkräftemangel drücken die Handwerkskonjunktur. »Das sind multiple Störungen, die wir verkraften müssen«, soder Hwk-Hauptgeschäftsführer. Er fordert deshalb von der Politik in Bund und Ländern, wirksame Entlastungen, die in der Wirtschaft ankommen, schnell umzusetzen.

Die beste Geschäftslagebeurteilung kamen bei der Herbst-Befragung erneut aus dem Bausektor: 90 Prozent der Betriebe in den Betrieben in den Bauhandwerken melden eine gute bis zufriedenstellende Geschäftslage. Bei den Ausbauhandwerkern (also etwa Maler oder Installateure) sind es sogar 91 Prozent. Anders sieht es im Nahrungsmittelhandwerk aus: Nur 61 Prozent der Bäcker, Konditoren, oder Fleischer geben aktuell an, mit ihrer Geschäftslage zufrieden zu sein. Hier sind auch die Erwartungen fürs nächste Quartal am düstersten: Nur 39 Prozent erwarten eine bessere oder zumindest gleichbleibende Geschäftslage.


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