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Rettungssystem am Rotenfels verbaut

Ein Kletterer ist abgestürzt und muss aus dem Rotenfels bei Bad Kreuznach gerettet werden. Dieses Szenario ist für die Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Bad Kreuznach durchaus realistisch. Damit die Rettungsmaßnahmen im Einsatzfall schnell und sicher ablaufen, ist es für die Bergretter wichtig, regelmäßig die Rettungsrouten im 180 Meter hohen Rotenfels zu überprüfen und instand zu halten.
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Unter der Leitung des Technischen Leiters der Gruppe Rotenfels, Michael Klapper, stand die Hauptschlucht des Rotenfelses im Mittelpunkt der Arbeiten. Die neun Rotkreuzler suchten Fixpunkte für das neue Rettungssystem, mit welchem Verletzte per Gebirgstrage gerettet werden können. Die einzigen Bergretter in Rheinland-Pfalz arbeiten im Einsatzfall nach einem festen Ablaufplan. So wird der Verletzte zunächst vor Ort medizinisch notversorgt, um dann mittels Gebirgstrage am Seil nach oben oder nach unten transportiert zu werden. „Das neue Rettungssystem besteht unter anderem aus zwei 100 Meter langen Seilen, sowie Sicherungsgeräten, die in Summe eine Last von 4,5 Tonnen sichern“, erklärt der Leiter der DRK-Bergwacht Gruppe Rotenfels, Thomas Meffert. „Das Rettungssystem ist eine Vorgabe des Bergwachtzentrums für Ausbildung und Sicherheit und wurde erst vor kurzem beschafft“, so Meffert weiter.

Erstmals wurde auch der Einsatz eines Multicopters im Rotenfels getestet. Das 3,9 Kilogramm schwere, ferngesteuerte Flugsystem lieferte detailreiche Livebilder von den Arbeiten der Bergretter in der Hauptschlucht und konnte so aufschlussreiche Einblicke für die auf dem Rotenfels verbliebenen Bergretter bieten. Im realen Einsatzfall können verletzte oder vermisste Kletterer mit Unterstützung des Multicopters schneller gefunden werden. „Die hochauflösenden Kamerabilder machen die Suche nach Verletzten für uns deutlich risikoärmer. So kann der Multicopter die verletzte Person lokalisieren und die Bergretter sind in der Lage dann zielgerichtet zu agieren. Das ist ein Gewinn für den Patienten und für uns als Einsatzkräfte. Darüber hinaus kann der Einsatzleiter durch eine Übersicht per Luftbild den Gesamteinsatz leichter koordinieren“, zeigt sich der Einsatzleiter der Bergwacht, Thomas Meffert, zufrieden. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Nahecopter, wird die DRK-Bergwacht zukünftig häufiger mit der Unterstützung eines Multicopters arbeiten.

Auch die hessische Bergwacht war am Wochenende am Rotenfels vertreten. Caja Muntanjol, Leiterin der Bergwacht Erlensee, besuchte die Kreuznacher Kollegen, um sich ein Bild vom neuen Rettungssystem und dem Nutzen des Multicopters zu machen.