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Zeitzeuge und Schüler gedenken Opfern der Reichsprogromnacht

"Es war grauenhaft", erinnert sich der 95-jährige Doktor Walter Grein. Er und der Schüler Johannes Miedema (16) helfen beim Gestalten der Veranstaltung zum Gedenken der Opfer der Reichsprogromnacht.
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Zeitzeuge Doktor Walter Grein beim Gespräch mit Johannes Miedema in seinem Wohnzimmer.

Zeitzeuge Doktor Walter Grein beim Gespräch mit Johannes Miedema in seinem Wohnzimmer.

Am Mittwoch, 19. November, an der Mahntafel Ecke Fährgasse/Mühlenstraße sprechen ab 17 Uhr Oberbürgermeistern Doktor Heike Kaster-Meurer und der Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde Valeryan Ryvlin. Außerdem trägt der Kantor Noam Ostrovsky das Totengebet "El Male Rachamin" vor. Für die musikalische Untermalung der Gedenkfeier sorgen Petra Grumbach und der Chor der jüdischen Kultusgemeinde unter der Leitung von Tatjana Feigelmann. Johannes Miedema, Schüler am Gymnasium an der Stadtmauer, hat der Kreuznacher Arzt bereits vor einigen Jahren im Rahmen einer Schulveranstaltung kennen gelernt. Für den Schulunterricht mit dem Thema Reichsprogromnacht, traf er sich dann erneut mit dem Zeitzeugen. Walter Grein hat lange Jahre als Arzt gearbeitet. Zu seinem Medizin-Studium kam es nur, weil er an Amöben-Ruhr erkrankte und deshalb die Wehrmacht wegen Dienstuntauglichkeit verlassen durfte, bevor er der ersten Schuss abgeben musste. Er arbeitete lange in Afrika als leitender Arzt in einem Zentralkrankenhaus in Togo. Er hat viel erlebt, und vielen Menschen geholfen. Sein Lebensmotto lautet: Nicht die Frage stellen: "Wie kann ich herrschen?", sondern: "Wo kann ich dienen?" Gemeinsam helfen die Beiden nun, der Aufarbeitung der Geschehnisse des dritten Reichs. „Für die Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit leisten Gespräche und Diskussionen zwischen den Generationen einen wichtigen Beitrag“, freut sich Oberbürgermeisterin Kaster-Meurer.