Einer, der was zu sagen hat

Am letzten Donnerstag war Wolfgang Bosbach, Bundestagsabgeordneter der CDU, zu Gast in Bitburg im Haus Beda. Dort stellte er sich in der Reihe "Einblicke – Menschen mit Geschichte und Geschichten" den Fragen von Kulturamtsleiter Herbert Fandel.
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"Er hat etwas zu sagen und tut es auch", mit diesen Worten eröffnete Herbert Fandel seine Vorstellung von Wolfgang Bosbach. "Ich will nicht immer die Kuh sein, die quer im Stall steht", schob Fandel direkt ein bekanntes Zitat seines Gastes hinterher - nach diesen wenigen Sätzen war dem Publikum im Saal klar, dass ihnen ein interessanter Abend bevorstand. Als Wolfgang Bosbach ins Berufsleben startete, war es noch nicht absehbar, dass er einmal Karriere in der Politik machen würde. Er entwickelte jedoch recht schnell ein großes politisches Interesse, trat der CDU bei und wurde 1994 als Direktkandidat in den Bundestag gewählt. Auf die Frage, ob sich die CDU verändert hat antwortete Bosbach, dass sich die Gesellschaft verändert hat und die Politik darauf reagieren muss. "Allerdings hat sich die CDU zum Teil in fundamentalen Fragen verändert, die ich nicht nachvollziehen kann und will", so Bosbach. Da er seinen Überzeugungen bei Abstimmungen treu bleiben will, stellt sich Bosbach daher hin und wieder quer und stimmt gegen seine eigene Fraktion. Als Beispiel dafür nannte der Politiker die Griechenlandrettung, die er dem Publikum anschließend ausführlich erklärte. Auch private Themen wurden an diesem Abend angesprochen. So erfuhr das Publikum von der Liebe Wolfgang Bosbachs zum 1. FC Köln, zum Tennis und zum Karneval, sowie von seiner Krebserkrankung und den Operationen, die er über sich ergehen lassen musste. Als letzte Frage wollte Fandel wissen, was sich Bosbach für die Zukunft vorgenommen hat. "Ich möchte kein politisches Amt mehr anstreben, sondern die Welt erkunden und viel Zeit mit meiner Familie verbringen", so die einfache Antwort von Wolfgang Bosbach. Am 4. Mai 2017 werden die nächsten Einblicke stattfinden. Als Gast wird Gregor Gysi erwartet. Fotos: T.Schröder


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