bil Sybille Schönhofen

Feuerwehrmann ruft zur Demo auf

Bilder
Foto: Sybille Schönhofen

Foto: Sybille Schönhofen

Die Auseinandersetzung zwischen Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels und der Freiwilligen Feuerwehr will nicht zur Ruhe kommen. Im Gegenteil. Nun soll es eine öffentliche Kundgebung geben. "Ich werde nicht weiter tatenlos zusehen wie der Bürgermeister mit seinem Handeln Unmut und Streit in der Wehr auslöst", schreibt Marco Wallenborn von der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg-Mötsch auf Facebook und kündigt über die Gruppe "Bitburg brennt" eine Protestaktion am Donnerstag, 16.30 Uhr, vor dem Bitburger Rathaus an. Hintergrund ist der Streit um Ex-Wehrleiter Manfred Burbach. Das Verwaltungsgericht hatte Joachim Kandels vergangene Woche Recht gegeben, Manfred Burbach als Wehrleiter nicht wieder zu ernennen. Gegen das Urteil und den Bürgermeister herrscht seitdem in den sozialen Medien ein Sturm der Entrüstung. In der Facebook-Gruppe #BitburgBrennt fordern Feuerwehrmitglieder die Öffentlichkeit dazu auf, sich aktiv in die Auseinandersetzung zwischen Feuerwehr und Rathaus einzubringen. Darauf hat nun Marco Wallenborn reagiert und eine Demo eine halbe Stunde vor Beginn der Stadtratssitzung um 17 Uhr organisiert. Die Veranstaltung wurde von der Kreisverwaltung genehmigt. Wallenborn: "Jeder, der seinen Unmut gerne in einer friedlichen und gesitteten Demonstration zeigen möchte, ist herzlich eingeladen." Auf die schriftliche Anfrage des Wochenspiegels bei der Stadt, wie es nun weiter geht, nachdem zahlreiche Feuerwehrmitglieder ausgetreten sind oder ihren Austritt angekündigt haben, hat Bürgermeister Joachim Kandels geantwortet, dass es ein Treffen mit dem Feuerwehrbeirat am 3. Dezember geben werde. Dabei würden wiederum Themen wie z.B. Aufwandsentschädigungen für Feuerwehrleute beraten. Kandels weiter: "Zurzeit wird von einigen Personen eine Kampagne - insbesondere in den sozialen Medien - gegen den Bürgermeister geführt, die jeglichen Respekt sowohl gegenüber dem Menschen als auch gegenüber dem Amt des Bürgermeisters vermissen lässt. Hier wird sogar der Rechtsstaat, die Justiz und damit unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage gestellt." Auf die Frage, wie viele Feuerwehrleute bislang ausgetreten sind und ob die Sicherheit der Bevölkerung noch gewährleistet sei, gab die Stadt keine Auskunft. Nur so viel: "Wir sind bestrebt, gemeinsam und auch mit der Unterstützung anderer Behörden und Institutionen dafür Sorge zu tragen, dass es in Bitburg eine funktionierende Feuerwehr gibt, die für unser aller Sicherheit sorgt." An die Feuerwehrleute appelliert der Bürgermeister, dass sich jeder fragen sollte, "wofür er Mitglied in der Feuerwehr ist. In erster Linie gilt es, den Dienst zum Schutz der Bevölkerung auszuüben; dazu haben sie sich verpflichtet, und das sollte unabhängig davon sein, wer Wehrleiter oder Bürgermeister ist", so Kandels. (bil)


Meistgelesen