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Kleiner Pieks, große Hoffnung

Am 7. Januar haben die Impfungen gegen Covid-19 in der Region begonnen.
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Impfstart in Bitburg: Landrat Joachim Streit (l.) besucht Mitarbeiter des Impfzentrums. Foto: Kreisverwaltung.

Impfstart in Bitburg: Landrat Joachim Streit (l.) besucht Mitarbeiter des Impfzentrums. Foto: Kreisverwaltung.

Seit dem 4. Januar laufen die Drähte bei der Impfterminvergabe heiß. Geduld ist gefordert. Hermann T. (81) hat nach stundenlangen vergeblichen Versuchen am Telefon aufgegeben und es online geschafft, einen Termin anzufordern. Eine Herausforderung für die Menschen der Altersgruppe, zu der die ersten Impfberechtigten zählen. Vier Tage musste der 81-Jährige auf eine E-Mail warten, in der er seine Termine für die erste und zweite Impfung erhielt. 18 Tage lang dauert es von seiner Anmeldung zur Impfung, bis er die ersehnte Spritze bekommt, von der er sich erhofft, wieder ein einigermaßen normales Leben führen zu können. Um aus der sozialen Isolation rauszukommen, muss er weitere 14 Tage warten - dann erhält er die Nachimpfung und hofft, damit den nötigen Impfschutz zu haben. Einmal in der Woche erhalten die Kommunen Impfstoff-Lieferungen in kleineren Chargen, da der Impfstoff knapp und auch nur begrenzt haltbar ist, so dass kein Vorrat angelegt werden kann. In Wittlich könnten derzeit 200 Personen an einem Tag geimpft werden, berichtet Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung. Eine Verdopplung wäre möglich, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stünde. Hoffnung auf eine breitere Imfpung der Bevölkerung knüpft sich an den nun zugelassen weiteren Impfstoff von Moderna. Denn er ist weniger kompliziert zu verabreichen als das bisher einzige Präparat von Biontech/Pfizer. Dieses lässt eine dezentrale Verabreichung nicht zu.

Wer zuhause bettlägerig ist, bleibt vorerst ungeimpft

Die hohen Anforderungen des Serums von Biontech an Transport und Lagerung haben zur Folge, dass bettlägerige Menschen, die zuhause gespritzt werden müssten, außen vor bleiben. Wer eingeschränkt mobil ist, aber mithilfe eines Rollstuhls oder Rollators den Weg auf sich nehmen kann, kommt mit einem Krankentaxi oder mit Hilfe der Familie zu den Impfzentren. Am Wittlicher Standort erwartet sie ein Arzt, der Rückfragen beantwortet, Kontraindikationen feststellt und berät. Die Impfung übernimmt eine medizinische Fachkraft, an deren Seite ein Apotheker oder eine Apothekerin den Impfstoff zur Verabreichung aufbereitet. Das Impfteam wird unterstützt von Verwaltungskräften, Sanitätern und Security-Leuten. Letztere sind notwendig, um das Impfzentrum gegen Sabotage zu schützen. Sicherheit gewährleistet auch die Polizei, die gemeinsam mit der Kreisverwaltung ein Sicherheitskonzept erarbeitet hat, erläutert der Sprecher des Landkreises. Am ersten Impftag, 7. Januar, wurden im Impfzentrum Bernkastel-Wittlich 75 Impfungen verabreicht. Einen Tag später sind auch die Impfungen durch den mobilen Impfdienst in den 17 Altenpflegeeinrichtungen angelaufen. Auch im benachbarten Eifelkreis Bitburg-Prüm haben die Impfungen in den ersten der insgesamt 17 Einrichtungen begonnen. Bis zum Ende der zweiten Januarwoche sollten alle Seniorenheime einschließlich des Personals ihre erste Impfung erhalten haben, teilte die Kreisverwaltung mit. Hierfür sei ausreichend Impfstoff vorhanden. "Es gibt keine Engpässe", versichert Kreissprecher Thomas Konder. In der ersten Impfwoche haben etwa 380 Menschen in den Seniorenheimen ihre Impfdosis erhalten. Die Impfbereitschaft unter den Bewohnern sei mit über 90 Prozent sehr hoch, stellt der Pressesprecher fest. Bei den angestellten Pflegekräften ergibt sich ein anderes Bild: "Aufseiten des Personals ist die Bereitschaft deutlich geringer, was auch bundesweit beobachtet wird", so der Sprecher. Bettlägerigen Menschen, die zuhause betreut werden und bislang nicht von mobilen Impfteams versorgt werden können, macht die Bitburg-Prümer Kreisverwaltung Hoffnung: "Wir hoffen, dass der neu zugelassene Impfstoff des Herstellers Moderna Möglichkeiten eröffnet, einzelne Patienten anzufahren. Gemeinsam mit dem Land suchen wir hier kurzfristig eine Lösung." Im Bitburger Impfzentrum haben an den zwei Impftagen der ersten Woche 100 Personen die Spritze mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff erhalten. "Allerdings könnten mehr Menschen geimpft werden, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stünde", so das Fazit aus der Kreisverwaltung. In den ersten drei Wochen stehen dem Eifelkreis 500 Impfdosen pro Woche zur Verfügung. Ab Februar soll die Kapazität erhöht werden, stellt der Kreissprecher in Aussicht. Die Impftermine vergibt das Land unter der Telefonnummer 0800-5758100n Terminvergaben sind auch im Internet unter www.impftermin.rlp.de möglichn Der Bund bietet eine zentrale Info-Hotline an unter der Telefonnummer 116117. Sybille Schönhofen