Sybille Schönhofen

Volksbank Eifel setzt auf Beratung und Digitalisierung

Nach der erfolgreichen Fusion zur Volksbank Eifel stehen der Genossenschaftsbank weitere Umstrukturierungen ins Haus. Mit der strategischen Neuausrichtung hin zu intensiverer Beratung von Privatkunden werden Filialschließungen einhergehen.
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Elektronisch vernetzt: VR1-Kundenberaterinnen Sabine Lamberty und Daniela Elsen (v.l.) können während eines Kundengesprächs Liveschaltungen zu Spezialisten wie hier zu einem Wertpapierexperten in anderen Geschäftsstellen anbieten.  Foto: S. Schönhofen

Elektronisch vernetzt: VR1-Kundenberaterinnen Sabine Lamberty und Daniela Elsen (v.l.) können während eines Kundengesprächs Liveschaltungen zu Spezialisten wie hier zu einem Wertpapierexperten in anderen Geschäftsstellen anbieten. Foto: S. Schönhofen

Ein halbes Jahr nach dem Inkrafttreten der Fusion von Volksbank Bitburg und Volksbank Eifel Mitte zur Volksbank Eifel eG haben die Vorstände Andreas Theis und Michael Simonis zur Pressekonferenz geladen. Zeit für eine Bilanz und einen Ausblick. Die Bilanz ist schnell gezogen: Die Fusion ist erfolgreich umgesetzt, die Zahlen sind gut (siehe Extra), die Mitarbeiter zufrieden. Das Ziel: »Wir wollen in der Eifel die Nummer Eins sein«, so Vorstand Michael Simonis. Was die Bänker bewegt, ist die Strategie, nach der sie das Geschäft in Zukunft ausrichten, um sich Vorteile gegenüber anderen Banken zu verschaffen. Die Vorstände setzen auf elektronische Kommunikationswege, Stichwort Digitalisierung, und Bündelung von kompetenter Beratung in Finanzfragen für Privatkunden in sogenannten VR1-Filialen. Um es vorweg zu nehmen: Im Rahmen dieser Umstrukturierung werden Filialen geschlossen, deren Erhalt sich wegen zu geringer Kundenkontakte nicht rechnet. Den Anfang macht Rittersorf Ende März. Andere Niederlassungen werden in den nächsten Jahren folgen. Welche, steht noch nicht fest, so Theis, wie viele auch nicht. Die Filiale in Preist könnte auf der Liste stehen. Theis nennt Preist zumindest als Beispiel für einen Standort, den nur etwa fünf Kunden am Tag aufsuchen. »Dafür investieren wir aber in frequenzstarke Orte«, so Theis. Geprüft werde auch, in welchen Orten Bargeldversorgung nötig sei, sprich wo Geldautomaten abgebaut werden. Maßgeblich sei hierbei die Frage, ob es vor Ort überhaupt Möglichkeiten gibt, Geld auszugeben. Veränderungen kündigt der Vorstand noch für dieses Jahr an. (So schon geschehen bei der Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück. Sie hat zum 1. Februar 13 Geschäftsstellen geschlossen und baut an 16 Standorten die Selbstbedienungsterminals ab.) Digitaler ZahlungsverkehrZurück zur strategischen Neuausrichtung der Volksbank unter dem Titel »VR1«. 2020 werden 60 bis 80 Prozent der Kunden Basisgeschäfte im Zahlungsverkehr digital abwickeln, erwartet die Volksbank. Schon jetzt sei es so, dass Kunden erst 500 Mal elektronischen Kontakt zu ihrer Bank haben, bevor sie die Schalterhalle einmal betreten,  zeigt Michael Simonis anhand der Statistik. Andreas Theis: »Die Herausforderung ist, die digitale Entwicklung zu nutzen, und gleichzeitig die persönliche Beziehung nicht zu verlieren.« Die Bank setzt bei diesem Konzept auf feste Ansprechpartner für jeden Kunden, der sich in Finanzierungsfragen individuell und umfassend beraten lassen möchte. Die Berater analysieren die Lebenssituation, Wünsche und Ziele: Wann möchte der Kunde eine neue Küche oder ein neues Auto, wie sieht es mit der Altersvorsorge aus, wie stellt er sich seine Wohnsituation vor? Dabei soll die Technik die Kommunikation vereinfachen: Die Gesprächs-Termine können online gebucht werden (bei Uhrzeiten zwischen 8 und 20 Uhr), das  Gespräch kann auch über eine Videokonferenz im heimischen Wohnzimmer geführt werden und genauso kann der Berater Experten per Videoschaltung aus einer anderen Geschäftsstelle hinzuziehen, wenn es beispielsweise um spezielle Fragen zur Wertpapierentwicklung oder Baufinanzierung geht.  Prototyp im TestlaufLaufkundschaft gibt es in der VR1-Niederlassung nicht. Die kommt weiter in die herkömmlichen Servicestellen,  um Geld abzuheben, Kontoauszüge abzuholen oder  Überweisungen zu tätigen. In Bitburg läuft der Prototyp der VR1-Geschäftsstelle seit zwei Jahren mit vier Beratern. Zwei weitere Filialen sollen in Prüm und Gerolstein etabliert werden. Wann ist noch unklar.  Ein anderer Termin steht schon:  Die Vertreterversammlung, die im Januar gewählt wurde, kommt am 25. April zusammen. Die Schließung von Filialen sei dort kein Thema, so Theis. Bei der Versammlung werden vielmehr die Regionalbeiräte gewählt. bilBilanz Die Volksbank Eifel unterhält 33 Filialen mit 341 Mitarbeitern und 24 Auszubildenden. Die Kundeneinlagen belaufen sich auf etwas über 1 Milliarde Euro, haben damit Rekordniveau erreicht und verzeichnen ein Wachstum von 4 Prozent. Die Kreditsumme liegt bei 874 Millionen Euro, die Kreditnachfrage ist unverändert stark. Die Bank hat knapp 36.000 Mitglieder. Das Kundenwertvolumen, also Kredite und Geldanlagen aller Art, ist um 93 Millionen Euro gestiegen und liegt bei 2,6 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme beträgt  1,3 Milliarden Euro. Fazit: Die Volksbank Eifel wächst. Prognose von Vorstand Andreas Theis:»Wir werden ergebnisstabil bleiben.«  bil