Arbeitsmarkt erholt sich von Corona

Ende Oktober sind im Landkreis Cochem-Zell 970 Menschen arbeitslos gemeldet, 43 weniger als im September und 149 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist in den letzten vier Wochen um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent gesunken – das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 3,3 Prozent.
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Mit dieser Entwicklung kehrt der regionale Arbeitsmarkt im zweiten Corona-Herbst weitgehend zum gewohnten saisonalen Rhythmus zurück. "Vor allem die im Landkreis stark vertretenen gastronomischen Betriebe profitierten in den letzten Wochen von den gelockerten Corona-Regeln", erklärt Frank Schmidt, Leiter der  auch für den Landkreis Cochem-Zell zuständigen Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. "Sie gehörten allerdings auch zu jenen Branchen, die während der Pandemie am stärksten unter den Einschränkungen gelitten hatten. Nun kommt ihnen der Trend zugute, in Deutschland statt in der Ferne Urlaub zu machen." Sorgenfrei können Wirte und Hoteliers allerdings nicht in die Zukunft schauen, bedauert der Agenturleiter. Zum einen sei die Pandemie noch nicht ausgestanden. Niemand könne bislang sagen, wie sich die Infektionszahlen im bevorstehenden Winter entwickeln werden – und wie sich das auf den Arbeitsmarkt auswirken werde. "Zum anderen macht der Fachkräftemangel der Branche zunehmend zu schaffen. Immer häufiger müssen zum Beispiel Öffnungszeiten oder das Angebot auf der Speisekarte deutlich reduziert werden, um dem Rechnung zu tragen." Obwohl zumindest die Gastronomie bereits auf ihre Winterpause zusteuert – viele Betriebe beenden die Saison spätestens nach dem Weihnachtsgeschäf -, ist die generelle Nachfrage nach Personal zuletzt leicht angestiegen. So wurden dem Arbeitgeberservice im Oktober 94 zusätzliche Stellenangebote gemeldet – 30 mehr als im September. Insgesamt registriert die Agentur damit im Landkreis 467 offene Stellen. Das sind 65 mehr als vor einem Jahr. Bei der Bewältigung der Corona-Krise setzten viele Unternehmen auf Kurzarbeitergeld (KuG). In den letzten Monaten wurden allerdings kaum noch neue Anzeigen registriert. Ins-gesamt gingen seit Beginn der Pandemie im März 2020 aus dem Landkreis Cochem-Zell knapp 1.300 Anzeigen für rund 9.000 Beschäftigte ein. Symbolfoto: Archivwww.arbeitsagentur.de