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Der Opfer der Nazi-Diktatur gedenken

Die Gedenksteine des Künstlers Gunter Demnig - sogenannte "Stolpersteine" - erinnern seit Ende Juni auch in Cochem, Bad Bertrich, Bullay und Pünderich an während der Nazi-Diktatur ermordete Juden. Erinnerung und Mahnung, die jetzt auch im Moselort Bruttig-Fankel ihren Platz soll.
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Im Juni verlegte Gunter Demnig "Stolpersteine" in Cochem, Bad Bertrich, Bullay und Pünderich.

Im Juni verlegte Gunter Demnig "Stolpersteine" in Cochem, Bad Bertrich, Bullay und Pünderich.

Die Moselgemeinde ist alles anndere als ein geschichtsvergessener Ort. Im vergangenen Jahr wurde die ehemalige Synagoge Bruttigs als "Haus der Kultur" eingeweiht - als ein Denkmal gegen das Vergessen und ein Zeichen von Frieden und Vernunft, wie es damals VG-Bürgermeister Helmut Probst formulierte. Zudem war in Bruttig ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof. Hier sollte 1944 ein Eisenbahntunnel, der im Bau befindlichen rechten Moselstrecke, in kürzester Zeit zu einer bombensicheren, unterirdischen Fabrikhalle umgebaut werden. Zwangsarbeiter aus ganz Europa wurden an die Mosel verschleppt, dort gefoltert und auch ermordet. Das Buch "Ich habe immer nur den Zaun gesehen" von Ernst Heimes erinnert - wie auch ein Gedenkstein auf dem Bruttiger Friedhof - an diese dunkle Zeit. In der Gemeinde Bruttig lebten während der Zeit der Nazi-Diktatur insgesamt zwölf Menschen, die verschleppt wurden und an die zukünftig mit "Stolpersteinen" erinnert werden soll. Das sah ein Antrag von Ratsmitglied Mario Zender vor, der als Redaktionsleiter des WochenSpiegel, zusammen mit Landrat Manfred Schnur, seit vielen Jahren für das Erinnern an die Gräueltaten eintritt und damit das "Stolperstein"-Projekt von WochenSpiegel und Kreisverwaltung initiierte. Seine Ratskollegen unterstützten den Antrag einstimmig. Sie sprachen sich somit für das Einlassen der »Stolpersteine« vor den letzten bekannten Wohnadressen aus. Auch im Hinblick auf die momentane politische Lage sehe es der Gemeinderat als seine Pflicht, der Schreckensherrschaft und den Opfern des Regimes zu gedenken und ein Zeichen wider das Vergessen der ehemaligen Mitbürger zu setzen, heißt es im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 18. Juli. Kosten dürften nicht entstehen, da sich die "Stolperstein"-Aktion im Landkreis Cochem-Zell bisher fast ausschließlich über Spenden beziehungsweise Patenschaften finanziert hat. Foto: Archiv/Hommeswww.stolpersteine.eu