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Drittes Dürrejahr in Folge

Die Getreide- und Rapsernte ist in vielen Regionen bereits abgeschlossen. Die Bilanz, die der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau jetzt präsentierte, fällt – was Erträge und Preise betrifft – unterdurchschnittlich aus.
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Staubwolken über den Äckern kündeten in den vergangenen Wochen von der Getreide- und Rapsernte. Ein Sinnbild für das dritte trockene Jahr in Folge mit dem die Landwirte leben müssen. Im Frühjahr lag die Niederschlagsmenge um 41 Prozent unter dem langjährigen Mittel. "Auf schlechteren Böden lagen deshalb die Erträge um bis zu 50 Prozent unter den Durchschnittserträgen", so Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, im Rahmen eines Erntegesprächs in der Raiffeisen Waren-Zentrale (RWZ) in Kaifenheim. Die Landwirte könnten noch froh sein, dass die Temperaturen in diesem Sommer noch nicht so hoch wie im vergangenen Jahr waren. Zudem wären die Regenmengen regional sehr unterschiedlich gewesen. Insgesamt lägen die Erträge um fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. "Früher hieß es immer, dass eine kleine Ernte gute Preise bedeute. Das ist vollkommen anders geworden", malte Horper kein zufriedenes Bild. Ein Beispiel sei der Preis für Braugerste, der deutlich abgefallen sei. Das liege auch an der Corona-Krise, die aufgrund der mehrwöchigen Schließung und der Auflagen im Gastronomiebereich, zu einem deutlichen Nachfragerückgang bei Bier und Malz geführt habe. Von der Trockenheit besonders betroffen sind die Rinder- und Milchviehbetriebe, denn Wiesen und Weiden haben nur wenig Futter für die Tiere geliefert. Mit einer Besserung sei jetzt auch nicht mehr zu rechnen, ist Horper wenig optimistisch. Darüber hinaus spannte der Bauernpräsident den Bogen zur Agrarpolitik. Hier sparte er unter anderem nicht mit Kritik an der neuen Düngeverordnung, der weiterhin überbordenden Bürokratie und an der nach wie vor geringen Wertschätzung des Berufsstandes.  Fotos: Paulywww.bwv-net.de