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Ganz "Dimmes" feiert Tim

Ein Mittwochabend in Dünfus: Das ganze Dorf scheint auf den Beinen zu sein. Alle strömen ins Bürgerhaus und das nur wegen Tim Bier, der in Hamburg Deutscher Meister (U19) im Leichtgewichtsachter wurde.
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Tim Bier muss an diesem Abend viele Hände schütteln - von Kindern bis zu rüstigen, älteren Damen. "Dimmes" wie Dünfus im Dialekt genannt wird, ist stolz auf den 17-Jährigen, der als Ruderer mit dem Leichtgewichtsachter der RG Treis-Karden, Ratzeburg, Rendsburg, Oste, Hamburg, Wandsbek und Gießen seinen ersten großen Titel einfahren konnte. Zudem wurde er im Einer noch Fünfter. Wenn Tim Bier von den Anfängen seiner Ruderkarriere spricht, muss er schmunzeln. "Ich habe eigentlich keinen Sport gemacht und beim Test für die Aufnahme in die Ruder-AG des Gymnasiums Münstermaifeld bin ich zunächst knapp gescheitert, aber Michael Hippert hat mich dann trotzdem genommen", erzählt der junge Mann, der bis zu 14-Mal in der Woche trainiert. Los geht‘s jeden Morgen bereits um 5.15 Uhr auf dem Ruder-Ergometer und nach der Schule wartet das Training auf der Mosel. Auf rund 50 Stunden Ausdauertraining im Monat beziffert Hippert den Aufwand den Bier betreibt. Dafür stehen jetzt die Gratulanten Schlange. Da gibt‘s von einer älteren Frau noch eine Tafel Schokolade, vom Schützen- und Musikverein einen Gutschein und... "Das ein 300-Seelen Dorf einen Deutschen Meister hat, ist ja auch wie wenn Island gegen England bei der EM gewinnt", flachste VG-Bürgermeister Albert Jung. Und nicht nur für den Dünfuser Ortschef Marcus Cortnum könnte sich eine solche Veranstaltung gerne wiederholen, wenn Tim Bier beispielsweise bei der WM 2018 an den Start geht.  Fotos: Paulywww.rgtreis-karden.de