Weniger Arbeitslose im Landkreis

Zum Monatsende zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im Landkreis Cochem-Zell 1.119 arbeitslose Menschen. Das sind 47 weniger als im September, aber noch immer 256 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,3 Prozent. Vier Wochen zuvor lag sie bei 3,4 und im Oktober 2019 bei 2,5 Prozent.
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Der Rückgang der Arbeitslosigkeit mache sich sowohl in der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch/SGB III) als auch beim Jobcenter (SGB II) bemerkbar. So sanken die Zahlen in den zurückliegenden vier Wochen im SGB III um 30 auf nun 485 arbeitslose Frauen und Männer. Im SGB II wurden 634 Arbeitslose registriert, das sind 17 weniger als im Monat zuvor. Dass das Jobcenter derzeit sehr viel deutlicher vom Corona-Anstieg betroffen sei, zeige der Vorjahresvergleich: Damals waren bei der Agentur 75 und beim Jobcenter 181 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Offene Stellen Die Lage auf dem Stellenmarkt war im Oktober nicht nur von Corona, sondern auch von der auslaufenden Tourismus-Saison geprägt. So wurden der Agentur im Oktober aus dem Kreis zwar 87 zusätzliche offene Stellen gemeldet. Die Gesamtzahl der Stellenangebote liegt damit bei 402 - knapp unter dem Septemberwert von 434 und deutlich unter dem des Vorjahres von 525. Besserung auf "tönernen Füßen" "Dass nach den Herbstferien deutlich weniger Personal gesucht wird, ist im stark vom Fremdenverkehr geprägten Landkreis Cochem-Zell üblich", erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Grundsätzlich sei die derzeit trotz nahendem Saisonende erkennbare Entspannung ein gutes Zeichen, betont Agenturleiter Schmidt. "Vor drei oder vier Monaten hat keiner zu hoffen gewagt, dass eine solche Entwicklung so schnell möglich sein würde." Allerdings warnt der Agenturchef vor übersteigerten Erwartungen. "Es ist zweifellos so, dass manche Branchen noch sehr lang mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben werden." Aber auch dort, wo sich nun eine verhältnismäßig rasche Besserung abzeichne, stehe diese vorläufig auf tönernen Füßen. "Ob wir mit einer nachhaltigen Verbesserung rechnen können, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Corona-Krise ab. Die Infektionszahlen steigen derzeit deutlich an. Entscheidend wird sein, welche Auswirkungen dies auf die Wirtschaft haben wird. Ein weiterer kompletter Lockdown wie im Frühjahr wäre für die meisten Unternehmen wohl nur schwer zu verkraften." Kurzarbeit Nachdem es in den ersten Corona-Wochen einen regelrechten Ansturm auf die Arbeitsagentur gab, sei die Zahl der neugestellten Anzeigen für Kurzarbeit mittlerweile stark rückläufig. So zeigten in den letzten vier Wochen vier Betriebe aus dem Landkreis für 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an. Insgesamt gab es seit Anfang April aus dem Landkreis 830 Anzeigen für 7.043 Beschäftigte. Zwischen April und Oktober 2019 waren es lediglich sechs Betriebe für 124 Beschäftigte. Symbolfoto: Archivwww.arbeitsagentur.de