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Deutschlands Glücksforscherin Nummer Eins

Leben. Positive Emotionen sind entscheidend für Lernprozesse Für Lehramtsstudierende der UNI Trier ist die Arbeit von Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry von elementarer Bedeutung. Die Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung ist auch Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie. Nicht-Lehramt-Studierende interessieren sich eher für die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (DGPPF) - und damit Deutschlands Glücksforscherin Nummer Eins. Auf eine Facette ihrer Berufung reduziert zu werden, macht der Professorin nichts aus. Schließlich beschäftigt sie sich als Lernforscherin tatsächlich vor allem mit Motivation und mit der menschlichen Psyche. Im Kern geht es dabei um drei Schwerpunkte: geistige Fähigkeiten, Motivation und Emotion, die lange unterschätzt wurde. Dabei komme Offenheit gegenüber Wissen sowie allem Neuem oder Fremden, große Bedeutung zu, nennt Michaela Brohm-Badry ein Beispiel: „Man lernt eigentlich nur, wenn der Geist dafür offen ist.“ Positive Emotionen seien daher entscheidend für Lernprozesse, da sie die Offenheit erst ermöglichen. Nicht Druck bringe voran, sondern Wohlbefinden, was wiederum der Gesundheit zugutekomme, wie wissenschaftliche Studien belegten. Daher sei es wichtig, sich an Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten statt an Defiziten zu orientieren. So wuchs aus der Lernforschung heraus Michaela Brohm-Badrys Interesse an der Glücksforschung, einem „internationalen Trend der Positiven Psychologie“. Deutsche Forscher seien dabei international gut eingebunden und in manchen Bereichen auch federführend: „Wir sind sehr früh dran“, sieht sie sich im Interesse an Publikationen bestätigt. Schulen, Betriebe und Organisationen beschäftigten sich zunehmend mit den Themen. Sie persönlich hofft vor allem auf einen grundlegenden Wandel aktueller Vorstellungen. Glück könne weder schnell produziert noch erzwungen werden, sondern zeichne sich durch „ein tiefes Wohlbefinden“ aus. Glücksforscher näherten sich dem weder mit Feng Shui noch mit Räucherstäbchen, sondern mit einer „Wohlbefindenforschung“ auf wissenschaftlicher Basis. Die Süddeutsche Zeitung zitierte die Professorin und DGPPF-Präsidentin Ende 2017 mit ihrer Überzeugung, gute Neujahrsvorsätze könnten „dem Leben eine positive Wendung geben“ Entscheidend sei aber, sich „kleine Dinge“ vorzunehmen. Also lieber erst mal nur täglich einige Minuten Sport zu treiben und das wie „Rituale“ in den Alltag einzubauen. Aktuelle Kritik, Glücksforschung habe „Grundlagen der Wahlbeeinflussung durch Cambridge Analytica“ geliefert (Die Zeit: „Glück? Nein danke!“, Slavoj Žižek, 5. April), hält Michaela Brohm-Badry für unbegründet. „Ich sehe den Zusammenhang nicht“, begründet sie damit, dass Informationen für mögliche Manipulationen ja nicht aus der Glücksforschung stammten. Sie basierten vielmehr einfach nur auf „wissenschaftlichen Feldforschungsmethoden“. Glücksforschung lehne autoritäre Präsidialführungen ebenso ab wie etwa den Brexit und setze sich gegen Ausbeutung, Burn-Out und Depressionen ein. Ziel sei, „die Welt humanistischer zu machen, nicht separatistischer“. Glück ruht auf 5 Säulen Positive Emotionen im Leben stärken, wie Dankbarkeit, Hoffnung, Zuwendung oder Neugier. Engagement für etwas aufbringen, was einem wichtig ist – ob Garten, Cello oder Ehrenamt. Gute Beziehungen stärken: Menschen unterstützen und auch selbst positive Energie annehmen. Sinnfindung für das eigene Tun. Erfolg: Menschen brauchen das Gefühl, wirksam zu sein. Das gelingt, wenn man sich auf Fortschritte fokussiert.Text und Foto: Ursula SchmiederPositive Emotionen sind entscheidend für Lernprozesse Für Lehramtsstudierende der UNI Trier ist die Arbeit von Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry von elementarer Bedeutung. Die Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung ist auch Dekanin des…

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Katarina Barley

Leben. Senkrechtstarterin, Multitalent, Europäerin - Katarina Barley im Portrait Ihr Aufstieg war rasant, aber nicht verwunderlich. Lange schon galt Katarina Barley als „Geheimwaffe“ in der SPD. Die promovierte Juristin besitzt eine Gabe, die ihr im Konkurrenzkampf um die Sympathien der Wähler von jeher von Vorteil war: Sie fühlt sich wohl unter Menschen, ist bodenständig hat einen kurzen Draht zur Bevölkerung, kommt gerne mit den Leuten ins Gespräch. In ihrer Heimatgemeinde Schweich ist sie Mitglied in gleich zwei Karnevalsvereinen und im Heimat- und Verkehrsverein. Man trifft sie auf Festen oder beim Einkaufen. Hier an der Mosel hat sie ihren Lebensmittelpunkt. Hier tankt die Mutter von zwei Söhnen (15 und 22 Jahre) Kraft, fährt Fahrrad, joggt oder genießt gemeinsam mit ihrem Mann die Idylle der Landschaft – gerne bei einer Tasse Tee – schwarz versteht sich für die Tochter eines britischen Journalisten und einer deutschen Ärztin. Sie besitzt beide Staatsangehörigkeiten. Der Vater ihrer Kinder ist halb Spanier, halb Niederländer. Im Rahmen ihrer juristischen Ausbildung verbrachte sie einige Zeit an der Universität Paris-Süd, die sie 1990 mit dem Diplôme de droit français (Diplom des französischen Rechts) abschloss. „Ein weiter Horizont ist immer gut. Sprachlich, kulturell, kulinarisch, in vielerlei Hinsicht", verrät die 49-jährige Senkrechtstarterin ein Geheimnis ihres Erfolges. Dass sie einmal in die Politik gehen würde, war abzusehen. "In meinem Elternhaus wurde immer viel über Politik gesprochen“, sagt sie. Mit 25 Jahren trat sie in die SPD ein – ihr Sprungbrett in die große Politik. Schon früh sei ihr klar gewesen, dass ihre politische Heimat die SPD werden sollte. „Soziale Gerechtigkeit mit all ihren Bestandteilen stand für mich immer im Vordergrund. Die Ungerechtigkeit, dass in Deutschland nach wie vor die soziale Herkunft über den Erfolg im Leben entscheidet, dass Armut krank und Krankheit arm macht, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter aufgeht, hat mich schon immer umgetrieben“, sagt sie. „Ich wollte immer etwas verändern und nun kann ich es“ „Ich wollte immer etwas verändern und nun kann ich es“, erzählt die frühere Richterin am Trierer Landgericht und am Amtsgericht Wittlich. Und das hat sie auch gleich getan: Als erste Amtshandlung als Bundesjustizministerin hat sie ein neues Verbraucherschutzgesetz im Bundestag durchgesetzt. Mit der sogenannten „Musterfeststellungsklage“ sollen Verbraucher sich nun zukünftig besser gegen Konzerne zur Wehr setzen können. Als Beispiel nennt Barley all die Tausend geschädigten Diesel-Besitzer, die nun gemeinsam für ihr Recht kämpfen können. Für ihren neuen Job scheint sie prädestiniert: „Als Juristin lernt man früh, dass handfeste Auseinandersetzungen keine Zerwürfnisse sind“, sagt Barley. In Politikerkreisen gilt sie als tough und ehrgeizig. „Das muss man auch, sonst kann man nichts erreichen“, so Barley. Dabei ist sie bodenständig und höchst wandelbar: Ob auf hochhackigen Schuhen im luftigem Minikleid auf den Pressekonferenzen des Landes oder aber ganz gemütlich mit flachen Ballerinas und ungeschminkt in ihren Parteibüros in Trier und Schweich. Sie lässt sich in kein gängiges Muster pressen - eine Spitzenpolitikerin, die ihre Wurzeln kennt. Und sie kann gut mit Männern, wie sie selbst sagt. Und da muss etwas dran sein, denn sie hat als erste Frau eine der letzten Trierer Männerbastionen erobert und wurde Anfang des Jahres erster weiblicher Offizier zum Generalstab der Stadtgarde Augusta Treverorum 1977. Der Trierer Traditionsverei hat die Zeichen der Zeit erkannt und die Trierer SPD-Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz feierlich zum Major der Reserve im Generalstab ernannt. Und was im Kleinen geht, sollte auch im ganz Großen funktionieren: Katarina Barley ist Spitzenkandidatin der SPD für die Europawahl.Text: Andrea FischerSenkrechtstarterin, Multitalent, Europäerin - Katarina Barley im Portrait Ihr Aufstieg war rasant, aber nicht verwunderlich. Lange schon galt Katarina Barley als „Geheimwaffe“ in der SPD. Die promovierte Juristin besitzt eine Gabe, die ihr im…

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