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Der Lebenslauf der Kunst: Los Angeles, Paris, Daun

Kosmopolitisches mit der Eifel verbinden

Leben. Vor sieben Jahren wagte die gebürtige Daunerin Stefanie Mayer-Augarde einen mutigen Schritt: Hochwertige und auch international beachtete Kunst in ihre kleine Heimatstadt bringen. Das Experiment hat Erfolg. Heute zählt die Galerie Augarde zu den renommiertesten Kunstadressen in der Großregion.

Die Vulkaneifel wirbt engagiert um Rückkehrer, die nach Jahren in anderen Kulturen, Ländern oder Regionen mit ihrem dort erworbenen Wissen und ihrer Erfahrung bereichernd wirken. Manchmal sind es Hightech-Fachleute, manchmal jedoch auch Menschen, die man mit dem altmodischen, aber treffenden Ausdruck Schöngeist bezeichnen kann. Stefanie Mayer-Augarde ist so ein Mensch. Sie stammt aus einer alteingesessenen Dauner Uhrmacherund Goldschmiedefamilie. Sie studierte Theaterwissenschaften in München und Los Angeles, war dort Regie-Assistentin bei Off-Theatern, siedelte nach Paris über, arbeitete in der französischen Metropole als diplomierte Stadtführerin und zog 2001 mit Ehemann Eric Augarde, einem renommierten Drehbuchautor, und zwei Söhnen der kreativen Ruhe wegen zurück in die Vulkaneifel.

Was kein Abschied von ihrer Liebe zur Kultur sein sollte. 2012 fasste die heute 55-Jährige den Entschluss, mitten in der Dauner Innenstadt eine Kunstgalerie für Malerei, Grafik, Skulptur und auch Fotografie zu eröffnen. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad wuchs das Projekt und zog vor einem Jahr in ein denkmalgeschütztes Haus zu Füßen des Kurfürstlichen Amtshauses. Hier haben die Werke ein großzügiges, lichtdurchflutetes Ambiente, welches den Vergleich mit großstädtischen Galerien keinesfalls scheuen muss, im Gegenteil.

„Kunst wird auch in dieser kleinen Stadt hervorragend angenommen, das Umfeld ist dafür sehr gut“, zieht Stefanie Mayer-Augarde zufrieden Bilanz nach den ersten sieben Jahren. In ihrer parallelen Rolle als Vorsitzende des Gewerbe- und Verkehrsvereins Daun sieht sie es als eine ihrer wesentlichen Aufgaben an, die kulturelle Lebendigkeit für das Gemeinwesen zu stärken und zu fördern. Und nicht nur die Einheimischen lassen sich von den regelmäßig wechselnden Ausstellungen, von zur bildenden Kunst harmonisch passenden Lesungen und Konzerten in der Galerie inspirieren. „Viele, die als Gäste aus den Ballungsräumen oder aus dem benachbarten Ausland kommen, sind überrascht… mit so etwas haben sie hier nicht gerechnet.“ Die Galerie ist in der Szene deutschlandweit bestens vernetzt, beteiligt sich an großen Kunstmessen wie der Discovery Art Fair (Köln 11. bis 14. April 2019; Frankfurt/Main 1. bis 3. November 2019) und erarbeitet für ihre Künstler professionelle Kataloge.

Von Anfang an waren unter anderem sehr gute, in der Eifel ansässige Künstlerinnen und Künstler ein Schwerpunkt ihrer Auswahl. Das ist so geblieben, doch das Portfolio hat Stefanie Mayer-Augarde stets weiter geöffnet. Mittlerweile bewerben sich Kunstschaffende aus ganz Europa, um in der Eifel ausstellen zu können. Dabei hält sie einen engen persönlichen Kontakt und begleitet „ihre“ Künstler kontinuierlich, bloße Strohfeuer der Begeisterung liegen ihr nicht.

„Mich fasziniert die kreative Fortentwicklung. Ich konzentriere mich bei der Auswahl der Werke auf lebenszugewandte Grundaussagen. . . nicht Erwartbares, sondern Begeisterndes.“ Durchdachte künstlerische Ideen, stringente Umsetzung will sie zeigen. Fragen von Ethik und sozialem Engagement sind ihr sowohl privat wie auch als Galeristin wichtig. So unterstützt sie Schulpatenschaften in Nepal und gibt Künstlern Raum, die sich auch gesellschaftlich positionieren.

Derzeit und noch bis zum 18. April beispielsweise stellen Angelika Ehrhard-Marschall, Ali Zülfikar und Stefan Noss Gemälde und Zeichnungen aus, die „ein faszinierendes narratives Element“ verbindet: Es geht um Geschichtlichkeit, Widerständigkeit und Vielschichtigkeit des Menschen. Später im Jahr, von Juni bis September, dreht sich in der Galerie Augarde alles um 100 Jahre Bauhaus, anschließend bis November um Landschaftsfragmente, dargestellt von Mario Reis, Andreas Erb und Lydia Weber.

Text: Angelika Koch

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