38000 Masken zum Schutz der Eifeler

Einzigartige Nähaktion: Kommunen und Eifelklinik mit im Boot

Altkreis Monschau. "Mit diesen Masken wird das Infektionsrisiko der Mitmenschen reduziert, da Tröpfchen-Wolken verhindert bzw. begrenzt werden." Dr. Christian Blau, Chefarzt der Eifelklinik Simmerath, ist begeistert von der ehrenamtlichen Nähaktion, die in der Eifel am Wochenende gestartet wurde. Nun soll zügig Mundschutz für jeden Bürger der Nordeifel gefertigt werden.

"Die Näherinnen haben am Wochenende ihre Arbeit aufgenommen und uns schon am Montag über 1200 Masken übergeben", waren Dr. Christian Blau und das Team der Eifelklinik Simmerath überwältigt. "Unsere Ressourcen von Schutzmaterial können wir so schonen, da Nachbestellungen immer schwieriger werden", unterstreicht der Mediziner. "Die Masken sind weder geprüft noch zertifiziert. Sie schützen weniger denjenigen, der sie trägt, vor einer Infektion. Aber andere Kontaktpersonen werden vor Tröpfchen-Übertragung geschützt." Die selbstgenähten Masken durchfeuchten nicht, da sie seitlich belüftet werden. Daher kann man sie länger tragen.

Mundschutz für Mitarbeiter im Rathaus ordern

Von der ehrenamtlichen Aktion, an der sich aktuell rund 200 Näherinnen beteiligen und die bereits von örtlichen Stoffgeschäften wie Krümel Design, Restebasar oder Edelbauer Maßbekleidung unterstützt wird, sind auch die Bürgermeister der Nordeifel begeistert. "Wir wollen zunächst alle Geschäfte der Stadt Monschau sowie der Gemeinden Roetgen und Simmerath mit Mundschutz für ihre Mitarbeiter ausstatten", erklärt Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Gewerbetriebe sollen sich in den Rathäusern melden und ihre Mitarbeiterzahl nennen - sie werden in den nächsten Tagen mit Masken versorgt (Simmerath: Tel. 02473/6070, Monschau: Tel. 02472/810, Roetgen: Tel. 02471/180).

Bis Ostern sollen möglichst alle Bürger der Nordeifel mit einem selbstgenähten Mundschutz versorgt werden. "Dafür brauchen wir rund 37000 Masken und natürlich dementsprechend noch viel mehr ehrenamtliche Näherinnen", appelliert Hermanns an die Bevölkerung. Die Materialkosten werden die Kommunen tragen - die Abwicklung läuft über den Förderverein der Eifelklinik St. Brigida Simmerath. "Wir kalkulieren mit etwa 20000 Euro - daher sind Spenden gerne gesehen", so dessen Vorsitzender Manfred Eis. "Eine außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Maßnahmen und dieser Schulterschluss zeigt, wie gut und konstruktiv in der Eifel zusammen gearbeitet wird", so Eis. Die CDU Simmerath hat bereits 1000 Euro gespendet. "Wir haben den Wahlkampf ausgesetzt und uns in den Dienst dieser guten Sache gestellt", erklärt der Gemeindeverbandsvorsitzende Bernd Goffart.

Näherinnen und Sponsoren gesucht

"Diese Aktion ist ein Zeichen der Solidarität", ist auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter begeistert. Sobald genügend Masken genäht sind, wird die Verteilung gebündelt über die Ortsvorsteher organisiert - zumindest in Monschau und Simmerath - in der Gemeinde Roetgen übernehmen die Ratsvertreter die Aufgabe. "Das tolle Miteinander von Haupt- und Ehrenamt zeigt sich auch in Krisenzeiten", lobt Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss. Dem Mundschutz, der an alle Haushalte verteilt wird, liegt ein Informationsblatt zu Verhaltensregeln vom Robert-Koch-Institut und zur Nutzung der Masken bei, das die Hygienebeauftragte der Eifelklinik, Elisabeth Mey, erarbeitet hat.

Wer mitnähen möchte sollte Koordinatorin Eva Todzey kontaktieren unter Tel. 0176/24298018. 10000 lfm. Schrägband für 5000 Masken sind kürzlich geordert worden.

Das Spendenkonto des Vereins der Freunde und Förderer der Eifelklinik St. Brigida Simmerath e.V. lautet:
Sparkasse Aachen, IBAN DE74 3905 0000 0047 6312 96
Raiffeisenbank Simmerath, IBAN DE63 3706 9642 3010 0200 33

Übrigens: Auch die Gemeinde Hürtgenwald will sich der Aktion anschließen. Und auch in Vossenack wird kräftig genäht!

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