Eifeler leitet das Wirtschaftsparlament

Wolfgang Mainz ist neuer IHK-Präsident

Altkreis Monschau. Kurz vor den Koalitionsverhandlungen nahm sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Zeit, in die Heimat zu kommen. Der Grund dafür: Die Industrie- und Handelskammer Aachen hat einen neuen Präsidenten - Wolfgang Mainz.

Eifel (Fö). Nach 28 Jahren in der Vollversammlung und zehn Jahren als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen feiert der Heinsberger Unternehmer Bert Wirtz seinen Abschied von der Kammer. Der Geschäftsführer der Mobau Wirtz-Unternehmensgruppe aus Heinsberg nimmt aus Altersgründen seinen Hut.

Präsidium und Hauptausschuss der IHK haben Wolfgang Mainz zur Wahl vorgeschlagen und die Vollversammlung ist diesem mit beeindruckendem Votum gefolgt. Er rückt damit an die Spitze des Präsidiums, dem er schon seit 2010 angehört und damit bereits Stellvertreter seines Vorgängers war.
Das »Wirtschaftsparlament« der Region Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg hat sich für die kommenden vier Jahre konstituiert und bildet mit 67 Unternehmensvertretern das wichtigste Beschlussgremium der Kammer.

Zu den zentralen Themen in der Präsidentschaft von Wolfgang Mainz zählen die Ausbildung und Qualifizierung von Arbeitnehmern, der Einsatz für eine zukunftsfähige Infrastruktur und die Umsetzung der Digitalisierung, betont Mainz. »Dabei wird der Mensch im Mittelpunkt stehen, denn er ist es, der durch Bildung unternehmerische und gesellschaftliche Entwicklungen steuern kann und der durch Integration zeigt, dass wir einen weltoffenen Anspruch verfolgen.«

Dabei spiele der ländliche Raum eine wichtige Rolle: »Der ländliche Raum ist wichtig. Das zeigen die positiven Entwicklungen in weiten Teilen der Eifel. Dort ist das Leben preiswerter und die Lebensqualität ist hoch. Die IHK setzt sich für die Breitbanderschließung, die Verkehrsinfrastruktur und die Entwicklung des Wirtschaftsfaktor Tourismus ein«, versichert Mainz. Die Zukunftsinitative Eifel, in der Wirtschaft und Verwaltung der gesamten Eifel zusammenarbeiten und Impulse für die Entwicklung setzen, wurde von der IHK angestoßen. Getreu dem Motto: Wir.Leben.Eifel

Leiter der Oebel-Bäckerei

Gemeinsam mit dem IHK-Hauptamt wolle die Vollversammlung ein neues »Legislaturprogramm 2018 - 2022« mit Forderungen und Maßnahmen zu den Themen Unternehmensgründung, Standortbedingungen, Bildung, Innovation und Internationalität entwickeln, kündigt Mainz an: »Das Programm wird die Grundlage für Gespräche bilden, die wir auch in Zukunft intensiv mit der Politik führen werden.« In diesem Rahmen bleibe die euregionale Zusammenarbeit ein wichtiger Schwerpunkt. Um den Technologietransfer und die Digitalisierung in der Region zu fördern, werde die Kammer außerdem weiterhin eng mit den Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie mit dem »digitalHUB Aachen« kooperieren.

Gemeinsam mit seinem Bruder Lothar leitet der seit 1976 in Roetgen lebende Mainz die Bäckereien und Konditoreien der Oebel-Gruppe mit Sitz in Aachen. In 170 Filialen in ganz NRW sind etwa 900 Mitarbeiter beschäftigt.

Gut vernetzt

Wichtig für die Industrie- und Handelskammer Aachen und ihre Mitgliedsbetriebe sind die guten Kontakte, die Wolfgang Mainz besitzt. Er war Vorsitzender des Bundesverbandes Junger Unternehmer und Präsident der Organisation auf europäischer Ebene. Der 52-Jährige ist Förderverein-Vorsitzender der Wirtschaftswissenschaften der RWTH Aachen und sitzt im Aufsichtsrat des Aachen-Laurensberger Rennvereins, der unter anderem das Weltfest des Reitsports, den CHIO, organisiert.

Auch in der Eifel engagiert sich Wolfgang Mainz. 1985 am St. Michael-Gymnasium Monschau Abitur gemacht, betreibt seine Familie heute die Markthalle in der Altstadt.

Michael F. Bayer ist führt die Geschäfte

Das Präsidium der IHK Aachen besteht aus einem Präsidenten sowie derzeit sechs Vizepräsidenten, die die Vollversammlung für eine Amtsdauer von vier Jahren aus ihrer Mitte wählt.
Das operative Geschäft wird von Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer geleitet.
Eine Gesamtübersicht der gewählten Vertreter ist im Internet unter www.aachen.ihk.de (Dok.-Nr.: 3914480) zu finden.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Guter Wein, schlechte Manieren

Cochem. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen Urkundenfälschung der Prozess gemacht. Der Mann soll über einen polnischen Führerschein verfügt haben, ihm soll jedoch die Fahrerlaubnis am 11. Oktober 2018 entzogen worden sein. Er soll dennoch, unter anderem am 27. April 2021, mit seinem Pkw unterwegs gewesen sein. Dabei soll der Angeklagte an beiden Nummernschildern des Autos zuvor an die Stelle des amtlichen Siegels zwei runde Aufkleber mit der Aufschrift »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« geklebt haben, um im Straßenverkehr eine amtliche Zulassung vorzutäuschen und den fehlenden Versicherungsschutz zu verschleiern. Tatsächlich soll der Pkw, so die Anklageschrift, aber schon im Januar 2020 abgemeldet worden sein. Die Aufkleber »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« werden auf Weinflaschen angebracht, die bei einer Qualitätsprüfung besonders gut abgeschnitten haben. Woher der Angeklagte den Aufkleber hat oder ob er ihn eventuell von einer Flasche abgetrennt hat, geht aus der Mitteilung des Amtsgerichtes Cochem nicht hervor. Für den Prozess vor dem Amtsgericht kann sich der Angeklagte den Satz des antiken, griechischen Lyrikers Alkaios von Lesbos zu Herzen nehmen: »In vino veritas«, was auf Deutsch heißt: »Im Wein liegt die Wahrheit.« Strafrechtlich droht dem Mann laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bericht folgt. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen…

weiterlesen