»Schule sichert uns Platz in der Gesellschaft«

Förderschule Nordeifel feiert 50. Geburtstag

Altkreis Monschau. »An einer Regelschule wäre unser Sohn untergegangen. Hier erfährt er die individuelle Förderung, die es braucht, um erfolgreich zu sein.« Ehrliche Worte von Ursula Mahr, Schulpflegschaftsvorsitzende an der Förderschule Nordeifel.

Noch vor wenigen Monate glaubte kaum jemand daran, dass die Förderschule Nordeifel noch einmal einen Grund zu feiern bekäme. Nun konnte die Bildungsstätte in Eicherscheid ihren 50. Geburtstag feiern - lebendiger und zukunftsfähiger denn je.

Über 1000 Schüler haben die einst als »Sonderschule für Lernbehinderte« gegründete Schule in fünf Jahrzehnten besucht. 120 Lehrkräfte waren dort beschäftigt. Und seit Sommer wissen wir, dass mindestens bis 2023 der Unterricht an der Bachstraße in Eicherscheid gesichert ist.

Besonderen Eindruck hinterließ beim Festakt Denis Johr. Der 16-jährige Schülersprecher hatte allen Mut zusammen genommen und eine Rede verfasst, die das Publikum in der Turnhalle fesselte und begeisterte. »Die Förderung, die wir hier genießen, ist der Grundstein für beruflichen Erfolg und einen festen Platz in der Gesellschaft«, unterstrich Johr die Bedeutung der speziellen Schulform.

Schulrat Constantin Mertens stellte heraus, dass Bildung den Menschen ein Leben lang begleite und es wichtig sei, dass jeder Mensch ein möglichst leichten Zugang dazu bekomme.

Die Sonderschule wurde am 1. August 1968 in der ehemaligen Berufsschule in der Bickerather Straße in Simmerath mit drei Lehrkräften und 60 Schülern gegründet. Lernbehinderte - ein despektierlicher Name, den die Schüler nicht gerne hören, wie Schülersprecher Denis Johr unterstrich - aus den Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath sowie Vossenack mit seinen Ortsteilen besuchten die Schule. Seither gab es drei Schulleiter: Walter Peters (23 Jahre), Manfred Glazinski (12 Jahre) und Robert Knauf (seit 2003). Teile der Schule wurden zwischenzeitlich nach Paustenbach verlagert, ehe man 1978 nach Eicherscheid umzog. 1980 wurde eine Gymnastikhalle angebaut. 1992 wurde die Schulsozialarbeit eingeführt, 1994 dann die Schule auf drei Förderschwerpunkte erweitert: emotionale und soziale Entwicklung, Lernen und Sprache, sodass auch sprachbehinderte und erziehungshilfebedürftige Kinder die Schule besuchten.

2014 machte die Landesregierung den Förderschule den Fortbestand wegen fehlender Schüler unmöglich und ließ die Schule zum Sommer 2018 schließen. Doch dank Schulministerin Yvonne Gebauer wendete sich das Blatt noch einmal: Eicherscheid ist mit aktuell 55 Schülern die landesweit kleinste Förderschule. »Und doch ungemein wichtig«, dankte Karl-Heinz Hermanns für den Förderschulverband.

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