Bischof besucht Theo Call in seiner Heimat

Gottesdienst mit hohem Besuch in Konzen

Konzen. »Wenn er nicht vor Ort ist, geht es nur schwer voran. Deswegen müssen wir uns um Unterstützung an höchster Stelle bemühen.« Gesagt, getan! Martin Krings hat den Bischof von Kigoma nach Konzen eingeladen - und er kommt...

Über 50 Jahre lebt und wirkt der weiße Missionar, Bruder Theo Call aus Konzen, in Tansania. Er baut rund um seine neue Heimat in Kabanga, ganz im Westen des afrikanischen Landes an der Grenze zu Burundi, Kirchen, Tische und Bänke für Schulen, er ist Schreiner, Schlosser, Automechaniker, Lehrmeister, Bau-Unternehmer und kümmert sich um Albinos, Behinderte und Flüchtlinge. In Tansania gaben sie ihm den Titel »Hokwa«, was in der Landessprache Kisuaheli so viel wie »starker Mann« bedeutet.
Der 80-Jährige hat bereits zweimal die Malaria überlebt, doch aktuell befindet er sich zur Reha in Marmagen. Nach einer Augenoperation und einem Eingriff am Herzen bereitet ihm immer noch das Knie Probleme. So ist er nicht sehr mobil, aber weiter voller Tatendrang. »Theo drängt es zurück nach Afrika«, weiß Martin Krings, Vorsitzender des »Fördervereins Bruder Theo Call«. »Er ist geistig top fit und er weiß, dass ohne ihn nicht viel läuft.«

Martin Krings und seine Frau Elke haben sich im November selbst ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten gemacht - dafür unternahmen sie die achte Reise in die Wahlheimat des gebürtigen Konzeners.  »Theo Call ist der Einzige, der über alles Bescheid weiß«, stellte das Ehepaar fest. So etwa beim Bau der mit Wasserkraft betriebenen Turbine, die Strom für ein Knabenseminar (Vorbereitung auf das Leben als Priester; Anm.d.Red.) und ein Schwesternheim erzeugen soll.

Hilfe von Bund und EU?

Positiv überrascht waren Elke und Martin Krings, dass Bischof Joseph Mlola sich eigens nach Kabanga aufgemacht hat, um sich mit den Beiden zu treffen und das Bauvorhaben zu begutachten. Er habe sich engagiert und lösungsorientiert gezeigt und zugesichert, Lösungen zur künftigen Entlastung des betagten »weißen Missionars« suchen zu wollen. Das stimmte die Eifeler hoffnungsfroh, dass auch in Abwesenheit von Theo Call die Projekte erfolgreich fortgeführt würden.

Zurück in Deutschland nahm Martin Krings Kontakt zur Europaabgeordneten Sabine Verheyen und Bundesentwicklungsminister Müller Gerd Müller auf, um Gelder aus Investitionsprogrammen für Tansania generieren zu können. Denn nicht nur die Wasserturbine muss fertig gestellt werden, auch in den Werkstätten, die Bruder Theo Call einst eingerichtet hat, ist dringender Sanierungsbedarf.
»Die Kirche hat in Tansania einen hohen Stellenwert. Ohne sie läuft nichts«, weiß Krings jedoch auch. »Das Kindermissionswerk in Aachen möchte uns nur unterstützen, wenn unser Projekt von oberster Stelle abgesegnet wird«, erlebte Krings wieder einen Rückschlag. Den Bischof nach Deutschland holen sei doch unmöglich. »Ich habe dennoch bei der Diözese angerufen und der Bischof hat mir prompt zugesagt, uns zu besuchen«, traute Krings seinen Ohren nicht.

»Wir werden Theo Call aus der Reha nach Konzen holen, damit er den Bischof treffen kann«, versichert Martin Krings. Am heutigen Abend soll Bischof Joseph Mlola anreisen - am Freitag geht es weiter Richtung Rom.

Als Bruder Theo Call einst nach Kabanga kam, lebten dort 2.000 Menschen. Durch eine stark verbesserte Infrastruktur, die auf seinen Tatendrang zurückgeht, hat sich der Ort auf 15.000 Bewohner vergrößert.

Diözese größer als die Niederlande

Die Diözese Kigoma, der Bischof Joseph Mlola vorsteht, umfasst rund 45.066 Quadratkilometer (die Niederlande hat etwa 42.000 Km2), von denen 8.029 Km2 mit Wasser bedeckt sind (Tanganjikasee) und über 2,13 Millionen Einwohner haben, von denen etwa 525.000 Katholiken sind. Der Rest teilt sich auf unter Christen protestantischer und pfingstlicher Konfessionen, Muslimen und Anhängern afrikanischer Traditionen.

Gottesdienst mit dem Bischof

Bischof Joseph Mlola wurde am 9. Januar 1966 geboren, 1997 zum Priester geweiht und am 10. Juli 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Kigoma.
Mittwoch, 6. Februar: Anreise und Vier-Augen-Gespräch mit Bruder Theo Call
Donnerstag, 7. Februar: vormittags Besuch des Kindermissionswerks in Aachen; anschließend Besichtigung des Aachener Doms
Donnerstag, 7. Februar: 18.30 Uhr Hl. Messe (auf deutsch, englisch und in Kiswahili) in der Pfarrkirche Konzen, anschließend Agape im Pfarrsaal
Freitag, 8. Februar: Abreise

Kontakt, Mitglieds- und Spendenmöglichkeit per E-Mail an info@foerderverein-bruder-theo-call.de

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