»Die Kraft reicht leider nicht aus«

Gesundheitsbedingt tritt Monschaus Bürgermeisterin zurück

Monschau. Mit Furore, großem Engagement und unbändigem Optimismus ist Silvia Mertens in ihr Amt als Bürgermeisterin der Stadt Monschau gestartet. Doch eine plötzliche Erkrankung bremste die Lokalpolitikerin aus - Ende Januar scheidet sie aus dem Beamtenverhältnis aus.

Mertens: »Im März 2021 hat die Diagnose einer Krebserkrankung mein Leben von einem Tag auf den anderen völlig auf den Kopf gestellt. Sie hat mich komplett ausgebremst und dazu gezwungen, meinen liebgewonnenen Platz im Rathaus nach nur wenigen Monaten zu verlassen. Entgegen den ersten Prognosen ist es mir aber gelungen, wieder zu Kräften zu kommen, sodass ich der Überzeugung war, in Kürze in mein Büro zurückkehren zu können. Daran haben viele von Ihnen mit Ihren guten Wünschen, mutmachenden Karten und Briefen, Selbstgebackenem, Selbstgenähtem und unzähligen anderen Aufmerksamkeiten einen großen Anteil.«

Schweren Herzens müsse sie nun aber leider einsehen, dass ihre Kraft nicht reichen wird, sich gleichzeitig ausreichend um ihre Gesundheit und das herausfordernde Amt der Bürgermeisterin zu kümmern: »Auch wenn mir diese Entscheidung unglaublich schwerfällt – Sie alle haben einen Menschen an der Spitze verdient, der mit voller Kraft für die Zukunft arbeiten kann. Daher bin ich der Überzeugung, dass dieser Schritt der richtige ist.«
Ihre Wahl habe sie mit der Hoffnung auf Veränderung verbunden. Und trotz des politischen Gegenwindes zu Beginn war diese Veränderung von Anfang an deutlich spürbar. Zu gern hätte sie die angestoßenen Prozesse fortgeführt und intensiviert, ihre zahlreichen Visionen und Ideen umgesetzt und die begonnenen Kooperationen und Projekte weiter unterstützt und begleitet.

»Da mir dies, zumindest als Bürgermeisterin, nun nicht mehr möglich ist, wünsche ich uns allen kreative, mutige, überzeugte und aufrichtige Kandidaten und eine glückliche Hand für die nun anstehende Neuwahl«, so Mertens. Diese könnten zeitgleich mit der Landtagswahl am 15. Mai stattfinden. Mertens stellt fest: »Alle anderen für das Amt notwendigen Fähigkeiten sind erlernbar, da bin ich jetzt ganz sicher.« Den politischen Weggefährten wünsche sie bei ihrer Arbeit einen respektvollen Umgang miteinander und eine glückliche Hand.

Mertens bedankt sich für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. »Ich trete einen Schritt zurück, kümmere mich um meine Gesundheit und genieße die Unterstützung meiner Familie, meiner Freunde.« Natürlich engagiere sie sich weiter und freue sich auf künftige Begegnungen und kreativen Austausch mit den Bürger. »Zu Engagement und Einsatz für unsere Stadt möchte ich Sie zudem motivieren, denn, wie sagte Barack Obama: Wahlen allein machen noch keine echte Demokratie.«

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AOK zieht sich aus Cochem zurück

Cochem. Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber dem Cochemer WochenSpiegel. Ausschlaggebend für die Überlegungen waren demnach auch die Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Jan Rößler: »Die Beratung am Standort Cochem endete am 16. März 2020 aufgrund der eingetretenen Corona-Pandemie. Aufgrund des geänderten, generellen Kundenverhaltens schon weit vor der Pandemie, eben in Richtung digitaler und telefonischer Kontaktkanäle, wird die Beratung in Cochem, als kleinerer Standort, nicht wieder aufgenommen.« Die Beratung der Mitglieder der AOK soll nun unter anderem durch Kundenberaterinnen und Kundenberater auch zu Hause im Rahmen des Außendienstes erfolgen. Alle Arbeitsplätze bleiben, nach Angaben von AOK-Pressesprecher Jan Rößler, in der Region erhalten. »Nach Beendigung der Beratungsstelle Cochem sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächst erreichbaren Kundencenter (etwa Daun, Simmern, Mayen) weiterhin für unsere Versicherten aktiv.« Stadtbürgermeister Walter Schmitz bedauert auf Anfrage des WochenSpiegel den Weggang. »Jeder Arbeitsplatz, der in Cochem weggeht, tut uns weh. Wenn aber dann eine Institution wie eine Krankenkasse weggeht, die den Charakter einer Kreisstadt mitprägt, ist dies besonders schmerzlich.«  Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber…

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Guter Wein, schlechte Manieren

Cochem. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen Urkundenfälschung der Prozess gemacht. Der Mann soll über einen polnischen Führerschein verfügt haben, ihm soll jedoch die Fahrerlaubnis am 11. Oktober 2018 entzogen worden sein. Er soll dennoch, unter anderem am 27. April 2021, mit seinem Pkw unterwegs gewesen sein. Dabei soll der Angeklagte an beiden Nummernschildern des Autos zuvor an die Stelle des amtlichen Siegels zwei runde Aufkleber mit der Aufschrift »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« geklebt haben, um im Straßenverkehr eine amtliche Zulassung vorzutäuschen und den fehlenden Versicherungsschutz zu verschleiern. Tatsächlich soll der Pkw, so die Anklageschrift, aber schon im Januar 2020 abgemeldet worden sein. Die Aufkleber »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« werden auf Weinflaschen angebracht, die bei einer Qualitätsprüfung besonders gut abgeschnitten haben. Woher der Angeklagte den Aufkleber hat oder ob er ihn eventuell von einer Flasche abgetrennt hat, geht aus der Mitteilung des Amtsgerichtes Cochem nicht hervor. Für den Prozess vor dem Amtsgericht kann sich der Angeklagte den Satz des antiken, griechischen Lyrikers Alkaios von Lesbos zu Herzen nehmen: »In vino veritas«, was auf Deutsch heißt: »Im Wein liegt die Wahrheit.« Strafrechtlich droht dem Mann laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bericht folgt. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen…

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