»KiBa-Kirche« hat Schwan statt Hahn

Monschau. Dass sich in Monschau historische Bauten und schützenswürdige Denkmäler aneinander reihen, ist gemeinhin bekannt. Dass inmitten der Altstadt aber die »KiBa-Kirche des Monats« steht, das ist neu.

»Wäre sie ein menschliches Wesen, würde man sie wohl als stattliche, ergraute Dame beschreiben, die mit großer Selbstverständlichkeit ihren Platz im Zentrum der Stadt einnimmt, gleich neben der Ruhr«, heißt es auf der Internetseite der »Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland«, kurz »KiBa«. Ziel der Stiftung ist es, möglichst viele Kirchen in Deutschland instand zu halten, sodass sie als Orte des Gebets und der Gemeinschaft, der Kultur und Geschichte von vielen Menschen erlebt und genutzt werden können.

»Ansehnlich herausgeputzt ist das 1789 in rohen Bruchsteinen errichtete, klassizistische Gebäude«, heißt es weiter. Erst vor wenigen Wochen seien die äußeren Restaurierungsarbeiten zu Ende gegangen. »Nachdem das Gebäude von außen und insbesondere das Dach grundlegend saniert ist, muss nun das Innere wieder so hergerichtet werden, dass wir gefahrlos Gottesdienste abhalten können«, sagt Wolfgang Köhne, einer der drei in der evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land tätigen Pfarrer. Die Stiftung »KiBa« unterstützt die Gemeinde bei der Schadensbekämpfung mit 20.000 Euro.

Dass gerade das Projekt in Monschau von der Stiftung gefördert wird, liegt sicherlich nicht nur an den dringend notwendigen Baumaßnahmen. Den Turm der evangelischen Kirche ziert seit jeher ein Schwan, kein Hahn.«Wetterschwäne kennzeichnen ihre Kirche als lutherisch: Der Legende nach soll der Vorreformator Jan Hus bei seiner Hinrichtung gesagt haben: »Heute bratet ihr eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan auferstehen.« Dieser Ausspruch wurde später auf Martin Luther gedeutet. Die »KiBa-Kirche des Monats August« in Monschau sei also ausweislich eine lutherische.

Neben den Geldern der KiBa-Stiftung und zahlreicher eigener Aktionen setzen die Gläubigen in Monschau auch auf die Politik. Große Hoffnungen setzt Pfarrer Wolfgang Köhne auf eine Zusage des Landes Nordrhein-Westfalen. »Diese versprochenen Sondermittel wären ein kleines Wunder für uns«, meint der Seelsorger. »Aber darüber freuen wir uns erst, wenn das Geld auf dem Konto ist«. www.stiftung-kiba.de

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