Man kann nicht Nicht-Kommunizieren

Imgenbroich. »Wir dürfen im modernen, digitalen Zeitalter den persönlichen Kontakt nicht verlieren«, mahnte Städteregionsrat Helmut Etschenberg. In Zeiten, wo man rund um die Uhr »online« sei, per WhatsApp, SMS, Mail, Skype und anderen sozialen Medien im ständigen Austausch stehe, sei doch ein direktes Gespräch ein hohes Gut. Zum lebhaften Austausch zwischen vielen namhaften Gästen und Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kam es nun im Druckhaus Weiss - Georg Weiss hatte sein Unternehmen für den Neujahrsempfang der Städteregion Aachen zur Verfügung gestellt.

Wo sonst, als in einem der modernsten und leistungsfähigsten Medienhäusern Deutschlands hätte ein Neujahrsempfang stattfinden können, der sich dem Thema »Moderne Kommunikationsformen« widmet?

»Man kann nicht Nicht-Kommunizieren«, stellte der renommierte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick einst stimmig fest. Ob im privaten, familiären Umfeld, in Gesellschaft oder im Beruf: »Das persönliche Gespräch ist wichtiger denn je«, so Helmut Etschenberg.

Starkes Team

Den Standortnachteil im ländlichen Raum macht auch das Unternehmen Weiss durch gute Kommunikation und engagierte Mitarbeiter wett. »Das ist unser großes Plus - ein Vorteil gegenüber vielen Mitbewerbern«, ist Georg Weiss stolz auf sein Team. Um stets »online« zu sein, vertraut das Druckhaus auf sich selbst und hat sich eine eigene Datenautobahn geschaffen.

Trotz oder gerade im digitalen Zeitalter misst Georg Weiss den Druckerzeugnissen eine hohe Bedeutung zu: »Printmedien wird es nach wie vor geben, wenn auch vielleicht nicht in der heutigen Quantität. Aber wer Qualität liefert, der wird auch künftig gelesen und wahrgenommen.« Vielfach werde man von der Informationsflut im Internet nahezu erschlagen - da sei eine aussagekräftige, kurze und prägnante Werbeanzeige immer noch effektiver.

 

Dass man auch im Internet das große Glück finden kann, stellten Irina und Richard eindrucksvoll unter Beweis. »Da konnte man sich eine Frau zusammenbauen«, schildert der Mediendesigner etwas lapidar seine Motivation, online nach der Frau fürs Leben zu suchen. Das Ehepaar lernte sich über eine Partnervermittlung kennen und gab sich bereits nach fünf Monaten das »Ja«-Wort.

Vor den Gefahren des Internets warnte Andrea Hauschild, die als leitende Oberärztin im Aachener Alexianer-Krankenhaus Patienten mit »Onlinesucht« behandelt. Diese zähle zu so genannten Verhaltenssüchten und habe ebenso wie Kauf- oder Esssucht das Problem, das es ganz ohne nicht gehe. Aber wer mehr als 20 Stunden wöchentlich »surfe« und sich dabei nicht der Recherche, sondern Glücksspielen und ähnlichem widme, sei als süchtig einzustufen. Jung, gebildet, männlich - so sei der besonders Kontrollverlust-Gefähredete zu beschreiben. »Ein verantwortungsvoller Umfang mit dem Internet ist das Ziel unserer Therapie«, so Hauschild.

Einen professionellen Umgang mit modernen Kommunikationsformen bescheinigt Stephan Kochs dem Städteregionsrat. Der Art Director einer Agentur für digitales Marketing berät seine Kunden, wie man richtig kommuniziert. »Durch Facebook oder Youtube wird heutzutage fast jeder Mensch zu einer öffentlichen Person«, weiß Kochs. Dementsprechend sei zu überlegen, was man von sich preisgeben wolle und was nicht.

Mit der neuartigen Dichtkunst »Poetry Slam« unterhielt Robert Targan das Auditorium.

Zum Abschluss begeisterte die Formation »JuBaFilms« mit einer ganz eigenen Form des Kommunizierens. Ihre Leidenschaft besteht darin, neuartige, abwechslungsreiche Tanzfilme zu kreieren und damit Meinungsmache zu transportieren.

Workshops im Museum

Währenddessen wurden die jüngeren Besucher in die Geheimnisse der Druckkunst eingeführt. Im Druckereimuseum Weiss boten Museumsführer spannende Workshops rund um den Druck an und informierten anschaulich über den Wandel in der Druckbranche. Nach Veranstaltungsende hatten Familien noch Gelegenheit dazu, das Monschauer Erlebnismuseum »Lernort Natur« zu besuchen.

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