Schüler sind die Fachkräfte von morgen

700 Partnerschaften im Regierungsbezirk Köln

Imgenbroich. Die einen üben Bewerbungsgespräche und bekommen Einblicke in die Berufswelt - die anderen können sich potenziellen Mitarbeitern der Zukunft präsentieren. Von einer KURS-Partnerschaft profitieren also beide - Unternehmen und Schulen...

Imgenbroich (Fö). Die Sekundarschule Nordeifel und die Weiss-Druck GmbH & Co. KG haben sich im Rahmen der Initiative KURS (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) zur Zusammenarbeit entschlossen.

Den Auftakt der Lernpartnerschaft bildete ein Workshop im Druckereimuseum Weiss des Imgenbroicher Traditionsbetriebs, wo die Schüler in die Vergangenheit des Buchdrucks abtauchten. »Es war sehr spannend die unglaubliche Entwicklung im Drucker-Handwerk hautnah zu erleben«, waren sich die Neuntklässler einig. Johannes Gutenberg, der einst mit 180 Exemplaren der Bibel den Buchdruck einführte, steht dort im fiktiven Gespräch mit einem Azubi der heutigen Zeit im Hause Weiss.

Thomas Haas, Personalleiter im Weiss-Druck, schlug danach den Bogen zur Gegenwart und informierte über die Perspektiven für Schüler in 13 verschiedenen Berufsfeldern von Druck, Verlagswesen, IT und Lager.

Dritte Kooperation im Hause Weiss

»Wir werden von den Erfahrungen des Unternehmens mit zwei anderen Partnerschaften auf jeden Fall profitieren«, sagt Ursula Mertens, Leiterin der Sekundarschule Nordeifel. Schließlich kooperiert das Medienhaus Weiss bereits mit der Privatschule Conventz in Roetgen und der Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau.

»Unsere Schüler bekommen die Gelegenheit, Bewerbungsgespräche zu simulieren und können sich intensiv mit den angebotenen Ausbildungsberufen auseinandersetzen«, unterstreicht Mertens. Im Gegensatz dazu werde das Medienhaus eingeladen, sich beim Tag der offenen Tür zu präsentieren oder aber potenzielle Azubis in Workshops für einen Berufsstart bei Weiss zu gewinnen. So sei die Partnerschaft wahrlich eine »Win-Win-Situation«.

Kontakte knüpfen mit Auszubildenden

»Lernpartnerschaften fördern realistische Berufswahlentscheidungen«, sagt Gisbert Kurl-finke von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen: »Außerdem sind sie ein gutes Instrument, mit dem Betriebe in Zeiten des demografischen Wandels früh Kontakte zu potenziellen Azubis knüpfen können.« Schließlich sei das Werben um guten Nachwuchs für die Unternehmen immer schwierige. Der Ausbildungsmarkt sei längst zum Bewerbermarkt geworden.

»Wir möchten jungen Menschen die Chance geben, einen Einblick ins Berufsleben zu bekommen und gleichzeitig hoffen wir, geeigneten Nachwuchs für unser Unternehmen finden zu können«, erklärt Thomas Haas. Vom Gewinn für beide Seiten ist Katharina Lentzen, Ausbildungs-Koordinatorin im Hause Weiss, absolut überzeugt: »Die Schüler bekommen wertvolle Einblicke in die verschiedenen Berufe, und die Unternehmen finden frühzeitig den Draht zu potenziellen künftigen Mitarbeitern.«

Angeführt von Lars Jacobs, Berufswahlkoordinator an der Sekundarschule Nordeifel, und Katharina Lentzen soll die Partnerschaft nun mit konkreten Projekten intensiviert werden.

Hintergrund

KURS ist eine gemeinsame Bildungsinitiative der Bezirksregierung Köln mit den Industrie- und Handelskammern zu Köln, Aachen, Bonn/Rhein-Sieg sowie der Handwerkskammer zu Köln. Koordiniert wird die Arbeit durch das Institut »Unternehmen & Schule«.

Sie hat das Ziel, Wirtschaft und Arbeitswelt ins Klassenzimmer zu bringen und die Schüler besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Elf bei den Schulämtern im Regierungsbezirk Köln angesiedelte Basisbüros unterstützen Schulen und Unternehmen bei der Entwicklung von Lernpartnerschaften.

Derzeit sind im gesamten Regierungsbezirk mehr als 700 Lernpartnerschaften aktiv.

Weitere Informationen zu KURS sind zu finden unter www.kurs-koeln.de

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