Kleiner Lichtblick für die Gastronomie

Erster Öffnungsschritt auf belgischem Boden

Roetgen. Ein leckeres Bier im Sonnenschein, dazu eine Waffel nach einer Radtour: Szenarien, von denen viele Menschen träumen und die sich die Gastronomie nur wünschen kann. Entlang der Vennbahntrasse wird der Traum nun Wirklichkeit, denn auf belgischem Boden darf die Außengastronomie wieder öffnen - theoretisch zumindest.

»Wir freuen uns sehr, wieder öffnen zu dürfen, sorgen uns aber auch, überrannt zu werden.« Mit gemischten Gefühlen schließt Norbert Siebertz seine »Kaffeefee« nach sieben Monaten Lockdown am Roetgener Bahnhof wieder auf.
Die belgischen Behörden haben Außengastronomie ab kommenden Samstag, 8. Mai, erlaubt. Und während es auf deutscher Seite weiter totenstill in Restaurants und Cafés ist, darf Norbert Siebertz seine Gäste zwischen 12 und 18 Uhr mit Waffeln, Flammkuchen und Eis sowie vielen Getränken verwöhnen.
»Wir haben die Auszeit genutzt und einige Veränderungen vorgenommen«, so Siebertz. Getränke und Speisekarte wurden um einige Leckereien ergänzt, ein Biergarten unterm Zeltdach geschaffen und den Zirkuswagen komplett zu einer VIP-Lounge saniert. »Wir haben große Unterstützung vom Staat erfahren«, ist Siebertz dankbar. Das liege am Stellenwert der Gastronomiebranche in Belgien«, glaubt der Café-Betreiber. Auch die Mehrwertsteuer wurde deutlich reduziert.
»Ich habe lange überlegt und bin schweren Herzens zu dem Entschluss gekommen, meine Taverne noch nicht zu öffnen«, erklärt Martha Henn, Betreiberin von »A´Lutze« in Küchelscheid. »Selbstbedienung ist verboten und ich kann in meinem Alter nicht mehr zwischen den Tischen hin und her rennen«, gesteht die 81-Jährige, die mit Leidenschaft ihre Gäste verwöhnt. »Tische desinfizieren, Abstände kontrollieren - dafür müsste ich alles Personal haben, das lohnt sich nicht«, weiß Martha Henn. Wenn es ein sonniges Wochenende werde, werde sie unter den Bedingungen dem Ansturm nicht Herr, bei Regen mache sie kaum Umsatz. »Sobald die Gäste wieder ins Lokal dürfen, werde ich öffnen«, versichert sie.
Wegen der Corona-Maßnahmen wurde hingegen das Gelände am Roetgener Bahnhof eingezäunt, Eingang ist an der Vennbahntrasse, der Ausgang befindet sich am Zirkuswagen, somit ensteht kein Stau im Eingangsbereich. Das Betreten ist nur mit Maske bis zum Tisch erlaubt, ebenso gilt das für die Benutzung der Toilette. Im Innenbereich des Bahnhofs ist ein Aufenthalt nicht gestattet, auch Selbstbedienung nicht möglich. »Wir hoffen, dass sich alle Gäste - etwa 70 Sitzplätze stehen zur Verfügung- an die Abstandsregeln halten.  
»Neu ab Ende Mai führen wir dann auch das leckere  Zammatteo Eis im Becher in verschiedenen Sorten an«, gibt Siebertz einen Vorgeschmack. Sonderveranstaltungen in der Kaffeefee wird es wegen der unsicheren Lage nicht geben.

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