»Tor zur Eifel« ist seit 66 Jahren ganz schön jeck

KG Roetgen feiert im Sommer närrisches Jubiläum

Roetgen. Mitten im Sommer steigt die bunte »Jubiläums-Sause« der KG Roetgen. Doch bereits jetzt in der Karnevalszeit werfen die 6x11 Jahre ihre Schatten voraus.

66 Jahre sind für Karnevalsgesellschaften sicher etwas Besonderes. Verbunden werden damit 66 Jahre Verbreitung von Freude, Frohsinn, Fastelovvend pur! Die Vereine verspüren in der heutigen Zeit aber auch Gegenwind, wenn es um den Nachwuchs oder die Gestaltung von Sitzungen geht.

Die Gründung wurde am 19. Dezember 1954 Restaurant »Zum Hövel« vollzogen. Männer der ersten Stunde waren Leo Knott, Martin Hütten, Hugo Heck, Franz Barth, Franz Knoth, Peter Recker, Ernst Förster, Heinrich Rinkens, Erich Krott, Franz Schmitz, Egon Hilgers, Reiner Kreitz, Karl Schmitz, Ernst Krings, Josef Wolf, Oskar Johnen, Hugo Linzenich und Erich Werker.

Am 1. Januar 1955 fand im »Hövel« die erste Sitzung statt, 1956 riefen sechs Gardisten eine Prinzengarde ins Leben. 1960 stellte die KG ihren ersten Prinz Karneval, Artur I. (Recker) schwang das Zepter, war im ersten Rosenmontagszug in einer Kutsche eine Augenweide. Seit dieser Zeit stellte die KG alljährlich närrische Tollitäten, »Prinzenmacher« Fritz Jansen hatte das Glück, sie am laufenden Band präsentieren zu können.

Wie schafft man heute 66 Jahre? »Mit viel Fleiß, Herzblut und Beständigkeit handelnder Personen«, sagt Präsident Rainer Hütten. Er ist erst der dritte Präsident in 66 Jahren überhaupt, das mache dies deutlich. Jetzt beginnt er seine 20. Session. Zuvor schwang Jürgen Schimanowski  («Schimmi») das Zepter. Rainer Hütten schwärmt von »tollen Menschen« in der KG wie Fritz Jansen und Programmgestalter Frank Kühnel. »Das sind Garanten für Erfolge, sie haben über 30 Jahre lang unsere KG geprägt und tun es auch weiterhin noch.«

7 x 11 Jahre KG Roetgen? Wird es das geben? »Davon bin ich fest überzeugt.« Aber man müsse mit der Zeit gehen, sich Formaten anpassen und Veränderungen annehmen. Beispiele aus der alten Zeit seien die Entwicklung vom »Hövel« ins Festzelt am Wervicqplatz, Wegfall der Minisitzungen (dafür jetzt Hofball) sowie eine geänderte Umzugsroute am Rosenmontag.

Hat die KG sich über Nachwuchsmangel zu beklagen? Die Gesprächspartner sagen unisono: »Fehlanzeige!« Es läuft gut, Mitgliederzahlen sind erfreulich. Stolz ist man auf die eigenen Kräfte wie Freie Garde, Jugendgarde, »Drachenreiter«, Kinderprinzengarde.

Künstler, Programm - da hat sich in den letzten 30 Jahren viel getan. Auftretende, die im »Hövel« für eine kleine Gage Stimmung pur machten, könne man heute vergessen. Dafür müsse man ganz schön tief in die Tasche greifen, um dem Publikum eine tolle Sitzung bieten zu können. Hinzu kommt eine Menge an Vorbereitungsarbeiten, die erst eine Sitzung möglich machen: GEMA, Vertragsvereinbarung mit dem Zeltwirt, Antragsstellung, Sicherheitsfirma. Das Publikum lege hohe Maßstäbe an das Programm, Topkräfte aus Köln würden erst gar nicht auf die Idee kommen, den Weg in Richtung Eifel anzutreten. »Wir können nur regionale Kräfte an uns binden«, so Rainer Hütten. Hütten bringt es auf den Punkt: »Was wären wir ohne unsere Programmgestalter?« Auf die ruhe die Last, ob das Dargebotene ankommt oder »durchfällt.«

Wenn da nicht das Füllhorn wäre, gespickt mit eigenen Kräften. Darauf setze man in Roetgen gezielt, das seien Beiträge, die gerade im Ort Anklang fänden und ankommen. »Wir sollten unsere Prinzen nicht vergessen«, erinnert der Präsident, die seien Magnete für die Besucher. So war Prinz Laurin Melms der bisher jüngste in der Vereinsgeschichte. Zum Glück habe man in Roetgen »Mitmacher« und tolle Kostümgruppen, die sich in den Karneval einbringen. Bei der Prinzensuche halte man in den eigenen Reihen Ausschau, aber auch außerhalb, in der Geschäftswelt, in der Politik, in den Ortsvereinen. Jetzt freut sich die KG auf das Jubiläum vom 19. bis 21. Juni (über das Programm werden wir noch berichten).

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