Wanderfreunde auf Harz-Tour

Roetgen. Eine Woche lang waren 32 Wanderfreunde aus dem Roetgener Eifelverein jetzt unterwegs im Harz. Hubert und Elfriede Baumsteiger hatten unter dem Motto "Natur und Kultur rund um Stolberg" eine abwechslungsreiche Tour vorbereitet, die allen Teilnehmern viel Freude gemacht hat. Eine hervorragende Organisation und das optimale Wanderwetter sorgten für tolle Stimmung innerhalb der Gruppe.

Bestens untergebracht waren die Eifeler im Gasthof Kupfer in der romantischen Fachwerkstadt Stolberg. Zwei Wandertouren führten über Etappen des Senketal-Stiegs, der unter Eichen und Buchen entlang des Flüsschens durch das alte Herzogtum Anhalt führt. Ein Höhepunkt war unterwegs die Besichtigung der Burg Falkenstein, die mit der Entstehung des "Sachsenspiegels" in Verbindung gebracht wird. Das wichtigste deutschsprachige Rechtsbuch aus dem Mittelalter beeinflusst bis heute unsere Rechtsprechung. Eine Fahrt mit der Harzer Schmalspur-Dampfbahn rundete das Programm der ersten Wandertage ab. Eine dritte Wanderung führte von Thale über den legendären "Hexentanzplatz" durch die spektakuläre und sagenumwobene Schlucht der Bode, dem größten Canyon nördlich der Alpen.

Erstes "Kultur-Ziel" an den beiden wanderfreien Tagen war die Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode. Sie gilt als eines der bedeutendsten ottonischen Architekturdenkmale in Deutschland, das erstmals im Jahr 961 erwähnt wurde. Als originalgetreue Kopie wurde vermutlich schon zur Zeit des ersten Kreuzzuges um 1090  ein "Heiliges Grab" eingebaut, das damit wohl das älteste in Deutschland ist. Diese Heiligen Gräber spielten eine bedeutende Rolle in der Osterliturgie.

Im lebhaften Wernigerode, der "Bunten Stadt am Harz"  beeindruckten unter den zahlreichen, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern besonders das imposante Rathaus mit seinem reichen Figurenschmuck sowie das über der Stadt thronende Schloss, das sich von der mittelalterlichen Burg zu einem Prunkbau im neugotischen Stil im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelt hat.    

Als "Sixtina des Nordens" wird das monumentale, von Werner Tübke geschaffene Panoramagemälde in Bad Frankenhausen gerühmt. Ursprünglich als "Bauernkriegs-Panorama" anlässlich des 450. Jahrestages der "Frankenhäuser Schlacht", die die Niederlage der Aufständischen besiegelte, von der damaligen DDR-Regierung in den 1970er-Jahren in Auftrag gegeben und nach einer zwölfjährigen Planungs- und Arbeitsphase kurz vor der Wende eröffnet, vermischen sich in den äußerst detailreichen Darstellungen auf einer Höhe von 14 Metern und mit einem Umfang von 123 Metern Utopie und Wirklichkeit und lassen dem Betrachter Raum für eigene Deutungen der Geschichte und in die Zukunft weisende Visionen. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis klangen der Tag und damit auch die Wanderwoche völlig entspannt im Europa-Rosarium in Sangerhausen aus. Mehr als 8300 Kultur- und Wildformen präsentieren sich in diesem "Rosen-Museum" den Besuchern und dank der kenntnisreichen Führung konnten die Gartenliebhaber auch viele Tipps für den heimischen Rosengarten mit nach Hause nehmen.

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